Landesgartenschau

Im Januar fallen am Kamp-Lintforter Laga-Gelände die Hüllen

Ein bisschen Grün gibt es schon.

Ein bisschen Grün gibt es schon.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Laga-Geschäftsführer Heinrich Sperling über den Stand der Dinge auf dem ehemaligen Kamp-Lintforter Zechengelände und einen besonderen Termin.

Wie viele Tage es genau noch bis zur Landesgartenschau 2020 sind, weiß Heinrich Sperling nicht präzise. „Bei jeder Countdown-Veranstaltung werde ich erinnert, wie viele Monate es noch sind. Das reicht. Wenn man ständig auf die Uhr schaut, wird man doch ganz jeck“, findet der Macher der Laga. In seinem Büro im Starterzentrum Dieprahm trägt er so etwas wie Hausschuhe. Das wird wohl daran liegen, dass seinen Straßenschuhen ständig Baustellen-Dreck anhaftet. Könnte aber auch so gedeutet werden: Da richtet sich jemand auf lange Bürotage ein.

Es gibt noch viel tun bis zum Eröffnungstag 17. April. Zur Zeit braucht es noch einigermaßen Fantasie, um sich das Gelände vorzustellen. Aber Sperling bleibt gelassen: „Wir werden auf jeden Fall rechtzeitig fertig. Wenn etwas nicht so hinhaut – und das kommt auf jeder Baustelle vor – passen wir die Zeitpläne an.“ Das Geheimnis einer Baustelle Gartenschau sei, dass alle Beteiligten das Ziel verfolgten, rechtzeitig zu liefern. „Gartenschauen sind Leistungsschauen des Berufsstandes“, ergänzt die ebenfalls Gartenschau-erfahrene Pressesprecherin Imma Schmidt. „Ich habe das noch nie erlebt, dass das nicht geklappt hat.“

Obwohl: „Manchmal wird mir schon auch bang“, gibt der Laga-Chef zu. Denn die Rückbaumaßnahmen der RAG MI hätten sich verzögert, so dass erst ein ganzes Stück später mit den Arbeiten für die Gartenschau begonnen werden konnte.

Aktuell ganz oben auf der To-Do-List: Rasen einsäen, Wiesen einsäen. Das geht nur jetzt, im Sommer wäre alles verbrannt, im Spätherbst reicht die Zeit nicht, damit die Gräser angehen. „Wir arbeiten mit einem Rasenprofessor zusammen, um die richtigen Mischungen für jeden Bereich zu finden“, erklärt Sperling, dass grün nicht gleich grün ist. Rollrasen ist für Sperling nur in wenigen Bereichen gut – oder im Notfall, wenn ein Sturzregen die jungen Pflänzchen zerstören sollte. „Und wenn das Gras erst mal grün ist und die Wege dem Gelände Struktur geben, dann wird es gleich viel mehr nach Gartenschau aussehen als jetzt.“

Gut über den harten Sommer sind die ersten Bäume gekommen: „Da hat sich eine Mitarbeiterin echt drum verdient gemacht.“ Ein einziger muss ersetzt werden, aber es gibt natürlich noch viel nachzupflanzen. Ebenfalls in den kommenden Wochen und vor dem ersten Frost sollen die Untergründe für die Spielplatzgeräte montiert werden.

Im November rückt dann schon die Landschaftsarchitektin Christine Orel an, um 200.000 Blumenzwiebeln

auf dem gesamten Landesgartenschau-Gelände zu setzen (die NRZ berichtete). „Die liegen schon im Kühlhaus parat“, weiß der Experte. Bis dahin sollen auch die Pflanzkästen aufgestellt sein, die den Quartiersplatz säumen sollen. Und alle Asphaltdecken fertig sein. Man kann auch im Zelt und mit Heizdecken Wege pflastern, weiß Imma Schmidt aus eigener Anschauung bei einer früheren Schau, macht aber keinen Spaß. Und für Januar kündigt Sperling ein Highlight an: „Dann fallen die Hüllen.“ Die, die derzeit noch den Blick auf die Fördertürme verschleiern. Im Frühjahr dann sind Kassenhäuschen, Parkplatz, Gastronomie und Strom an der Reihe.

„Die letzten Wochen sind immer die härtesten“, weiß Sperling und ist drauf eingerichtet, dass es lange Tage werden, wenn die letzten Blumen nachgepflanzt werden müssen, die aus irgendeinem Grund nicht gekommen sind, es ans große Reinemachen geht, die letzen Schilder, Papierkörbe und Stühle aufgestellt werden, „und Aschenbecher vor den Eingängen. Die vergesse ich nämlich schon mal“, gibt Sperling zu.

Was beide, Imma Schmidt und Heinrich Sperling beeindruckt, ist die Begeisterung der Kamp-Lintforter für ihre Schau. „Ich hab schon eine Laga erlebt, da haben die Einheimischen bis zur Eröffnung nichts mit ihrer Schau am Hut gehabt. Aber aus Kamp-Lintfort war von Anfang an immer was zu hören“, sagt Schmidt. 280 freiwillige Gästeführer binnen kürzester Frist gewinnen zu können, das verschlägt selbst ihr kurz die Sprache. Auch das beruhigt die Macher: Wenn es wider Erwarten ganz eng werden sollte, sie könnten wahrscheinlich auf eine Armada von beherzten Kamp-Lintforter Helfern setzen.

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