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In Kamp-Lintfort gibt es jetzt ein Café für Mutter und Kind

Saliha Chibani hat in ihrem Mutter-Kind-Café gut zu tun.

Saliha Chibani hat in ihrem Mutter-Kind-Café gut zu tun.

Foto: Volker Herold

Kamp-Lintfort.   Saliha Chibani hat mit ihrem Konzept offenbar einen Nerv getroffen. Ins Kalimero kommen auch Gäste gern, die gar nicht zur Zielgruppe gehören.

In der Spielecke im Café Kalimero herrscht gerade Hochbetrieb. Während der Nachwuchs auf wackeligen Beinen das Spielangebot erkundet, plaudern die Mütter am Tisch daneben bei einer Tasse Milchkaffee und belegten Stullen. Vor einigen Wochen hat Saliha Chibani ihr Café für Mutter und Kind auf der Moerser Straße eröffnet. Es scheint, als habe sie mit ihrem speziellen Angebot einen Nerv getroffen. „Ja, es ist gut angelaufen“, freut sich die 36-jährige Kamp-Lintforterin und schmiert hinter der Theke die nächste Stulle.

Auf den breiten Fensterbänken liegen große Kissen und Matratzen, in den Nischen locken verschiedene Wandspielzeuge. Der ganze Raum ist in hellen, freundlichen Farben gehalten, die sich auch im Wickelzimmer des Cafés wiederfinden. Wo sonst auf dem Regal hinter der Theke die Spirituosenbatterie platziert ist, warten hier Gemüse- und Obstbreie im Gläschen auf Abnehmer.

Kinder bewegen sich frei

Die Krabbelgruppenmütter, die sich an diesem Morgen zum ersten Mal hier treffen, sind positiv überrascht: „Es gibt hier Spielmöglichkeiten für Kinder, die können sich hier frei bewegen“, lobt eine der Mütter. In Zeiten, in denen Restaurants explizit damit werben, „kinderfreie Zone“ zu sein, ist das Café Kalimero offenbar eine echte Marktlücke.

Geboren ist Saliha Chibani in Marokko, kam aber bereits in ihrem ersten Lebensjahr nach Moers. Dort aufgewachsen machte sie nach der Schule eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. Als sie Mutter wird, ändern sich zunächst ihre Prioritäten. Dann aber will sie sich beruflich weiterentwickeln. Eher zufällig sieht sie im Fernsehen einen Beitrag über eine Mutter, die ein Mutter-Kind-Café eröffnet. „Das hatte ich immer im Hinterkopf“, sagt Saliha Chibani.

Als Ernährungsberaterin weitergebildet

Ihr Plan reift, sich ebenfalls mit einem solchen Café in Kamp-Lintfort selbstständig zu machen, wo sie jetzt lebt. Sie bildet sich als Ernährungsberaterin weiter, sammelt Erfahrungen mit Kindern bei der Leitung von AG’s im Offenen Ganztag und besorgt sich die Zahlen für ihr Betriebskonzept selbst. „Ich habe mich im kaufmännischen Bereich ja immer wohlgefühlt“, sagt Chibani. Mit „Kalimero“ spielt die 36-Jährige auf eine bekannte Zeichentrickserie aus den 70-er Jahren an. „Kalimero ist nicht nur das etwas andere Küken, sondern auch das etwas andere Café.“

Ihre Karte ist abgestimmt auf ihre Klientel. So gibt es nicht nur viele Kaffeespezialitäten, sondern auch frisch belegte Stullen, belgische Waffeln, Paninis, Sandwichtoasts und hausgemachte Backwaren – täglich frisch. „Der Käsekuchen ist im Moment der Renner“, sagt die Cafébesitzerin, die ebenso Bulgursalat und marokkanischen Minztee anbietet. Die ersten Stammgäste hat sie für sich schon gewonnen – übrigens nicht nur Mütter mit Kindern. „Es kommen auch ganz viele Senioren, die hier Kaffee trinken und Kuchen essen. Sie genießen die Atmosphäre.“

Saliha sucht schon eine Aushilfe

Das tut auch Diana Klafft, die mit dem neun Monate alten Elyas bereits zum zweiten Mal hereinschaut. „Das ist das erste Café in Kamp-Lintfort, das ideal mit Kindern umgeht“, sagt die 27-jährige Mutter. In vielen Cafés werde man schräg angeschaut, wenn das Kind mal herumlaufe oder laut werde. „Das ist hier anders.“

Aktuell stemmt Saliha Chibani den Sechs-Tage-Betrieb im Café alleine, ist aber bereits auf der Suche nach einer Aushilfe. Wenn’s zuhause mit der Kinderbetreuung mal nicht passt, kann sie Amina (9), Halima (4) und Idris (1) zur Arbeit mitnehmen. Ist ja kein Problem, im Café Kalimero.

>>> Die Öffnungszeiten <<<

Öffnungszeiten: Das Café Kalimero auf der Moerser Straße 277 hat dienstags bis freitags von 9 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 10.30 bis 19 Uhr geöffnet. Montags ist Ruhetag.

Eine Spielzeug- und Kleiderbörse gibt es am 24. November. Interessenten können gegen eine höhere Gebühr sogar einen Schaufensterplatz mieten.

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