Umwelt

In Kamp-Lintfort gibt es Protest gegen geplanten Kiesabbau

Im Sommer protestierte die IG Dachsbruch gegen den geplanten Kiesabbau auf dem Wickrather Feld.

Im Sommer protestierte die IG Dachsbruch gegen den geplanten Kiesabbau auf dem Wickrather Feld.

Foto: Markus Weissenfels

Kamp-Lintfort.   11.000 Unterschriften gegen den Kiesabbau hat die Gemeinschaft IG Dachsbruch schon gesammelt. Auch an anderer Stelle regt sich Widerstand.

Auf breite Unterstützung kann die IG Dachsbruch zählen. Die Initiative wehrt sich gegen Pläne, im Wickrather Feld Auskiesungsflächen auszuweisen. Diese Pläne tauchen sowohl im Landesentwicklungsplan als auch im Regionalplan auf. Im Stadtentwicklungsausschuss sicherten geschlossen alle Vertreter der Politik Hilfe zu. Auch Planungsamtsleiterin Monika Fraling machte aus ihrer Meinung keinen Hehl: Sie sprach von „drohenden Auskiesungen“ und erklärte: „Wir werden im Februar dazu eine kritische Stellungnahme vorlegen.“

Helmut Wiedemann von der IG Dachsbruch erläuterte im Ausschuss, was die Gemeinschaft bisher unternommen hat, um sich den Plänen, die schon in den Neunzigern und auch Anfang 2000 schon im Raum standen, erneut zur Wehr zu setzen. Satte 11.000 Unterschriften habe man mittlerweile gesammelt: „Das nenne ich eine Hausnummer.“ Wiedemann verwies auf die Homepage derer, die das Wickrather Feld retten wollen: „Dort wird bald ein Film zu sehen sein, in dem neben Bürgermeister Landscheidt auch die Reiterin Nicole Uphoff ein Statement abgibt.“

In der Sache gibt es eine zentrale Frage

Zentrale Frage sei, zu klären, wie die Kiesindustrie die Bedarfe errechnet, die zu solchen Ausweisungen führen. Ob da irgendwas justiziabel sein könnte, das prüfe die Verwaltung derzeit: „Zumindest sind die Angaben nicht überprüfbar. Aber es gibt kein Gesetz her, dass erst ab einer bestimmten Mächtigkeit abgebaut werden darf“, erklärte Bürgermeister Christoph Landscheidt mit Blick darauf, dass selbst einige Kiesunternehmen öffentlich geäußert hatten, sie wollten das Wickrather Feld gar nicht, weil unwirtschaftlich (NRZ berichtete).

Weiteres Thema war der Ausbau der B 528 zwischen Friedrich-Heinrich-Allee und der B 510. Planungsamtsleiterin Monika Fraling erläuterte, dass der Baubeginn frühestens 2023 sein werde. Hürden, die noch zu nehmen seien, bei dem Projekt, das schon Ende der Neunziger auf den Tagesordnungen stand, seien unter anderem ökologische Eingriffe, Lärmschutz und der Umgang mit der Moto-Cross-Bahn. Unter anderem werde es auch Bürgerbeteiligungen geben. Susanne Hirschberg von den Linken entwickelte vorsichtig einen Zusammenhang zwischen Kiesabbau und dem Bundesstraßen-Teilstück: „Das wäre doch eine Super-Trasse für die Kies-Lkw“, fürchtet sie. Ausschuss-Vorsitzender Jürgen Preuß mochte sich dieser Vermutung nicht anschließen: Dafür sind die Pläne zu lange auf dem Tisch.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben