Ausstellung

In Kamp-Lintfort sind tanzende Baumstämme zu sehen

Frank Leske zeigt filigrane Holzskulpturen in der Galerie Schürmann.

Foto: Erwin Pottgiesser

Frank Leske zeigt filigrane Holzskulpturen in der Galerie Schürmann. Foto: Erwin Pottgiesser

Kamp-Lintfort.   Filigrane Holzskulpturen sind derzeit in der Galerie Schürmann ausgestellt. Die Idee, mit Holz zu arbeiten, fiel Frank Leske quasi vor die Füße.

Wenn Bildhauer Frank Leske zur Motorsäge greift, kann er Baumstämme zum Tanzen bringen: 23 Holzskulpturen des Künstlers aus Bad Kreuznach sind derzeit im Kunstschaufenster der Galerie Schürmann zu sehen. Ästhetisch in Form und Struktur und dabei doch von einer eigentümlich flirrenden Leichtigkeit sorgen seine Objekte dafür, dass das starre Material Holz in Bewegung kommt.

Galerist Andreas Verfürth hat Leske und seine Arbeiten auf der Kunstmesse Art Karlsruhe kennengelernt. Nach einer Ausbildung zum Bauzeichner und einer weiteren als Steinbildhauer hat sich Leske dem Material Holz zugewandt. Tatsächlich, so erzählte Leske dem Galeristen, sei ihm die Holzbildhauerei quasi vor die Füße gefallen. Leske wohnt und arbeitet auf einem alten Gutshof in Bad Kreuznach. Irgendwann fiel im Park ein Baum um – und Leske war gezwungen, zur Motorsäge zu greifen... „Er arbeitet hauptsächlich mit Eiche“, so Verfürth.

Neue Blickwinkel lassen Skulpturen anders wirken

Sechs, sieben Meter hoch seien die Stämme, die nach einem ersten rohen Zuschnitt dann im Atelier landen. In Kamp-Lintfort zeigt Leske überwiegend abstrakte Köpfe und schlanke, fast fragile an Körper erinnernde Figuren, die durch lineare Schnitte eine erstaunliche Dynamik bekommen: Jeder neue Blickwinkel mit neuen Licht- und Schatteneffekten lässt die Skulpturen anders aussehen, lässt so auch immer wieder neue Assoziationen zu. Mit Gerbsäure der Eiche und Eisenoxid behandelt Leske das Holz, das dann zum Teil wie schwarz geräuchert wirkt und eine leicht kristalline Schicht bildet – auch das nutzt er als Effekt. Die Schnitte und Kerben des Künstlers sind zum Teil unglaublich exakt gesetzt, „alles ohne Schablone“, weiß Andreas Verfürth. Aber auf dem Weg dahin, sagt Leske selbst, habe er so einiges an Brennholz produziert.

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