Stadtentwicklung

In Kamp-Lintfort wird der Schirrhof teurer als geplant

Schirrhof

Schirrhof

Foto: Markus Joosten

Kamp-Lintfort.   Umbau zum Familien-, Kultur- und Bildungszentrum für 8,76 Millionen Euro. Und: Weiterführende Schulen lehnen Schwerpunktschulen für Inklusion ab.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Umbau des Schirrhofs zum Familien-, Kultur- und Bildungszentrum wird teurer als geplant: Nach den jüngsten Kostenberechnungen wird das gesamte Projekt 8,76 Millionen Euro kosten. Zunächst hatte die Stadt mit 6,6 Millionen Euro geplant, aber bereits davor gewarnt, dass man sich in einem frühen Planungsstadium befinde und daher Kostenüber- oder -unterschreitungen von bis zu 30 Prozent auftreten könnten.

Architekt Bernhard Bramlage vom Büro Bernhard Bramlage Architekten BDA aus Düsseldorf brachte die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport am Mittwoch auf den Stand der Dinge. Bezüglich der Kosten sagte er, die aktuellen Zahlen seien keine, „bei denen Sie Riesen-Überraschungen erleben werden.“ Sehr ambitioniert sei hingegen der Zeitplan: Das Pumpenhaus soll bekanntlich als Zentrum für Bergbautradition und damit auch als eine touristische Attraktion rechtzeitig zum Beginn der Landesgartenschau im April 2020 fertig werden, der Trakt für die nunmehr viergruppig geplante Kita muss im August 2020 zum Beginn des neuen Kindergartenjahres bezugsfertig sein.

Fertig im Jahr 2020: Da darf nichts schiefgehen

„Wir können das Ziel aus heutiger Sicht erreichen, es darf aber nichts schief gehen“, so der Architekt. Wie die Verwaltung bekannt gab, gibt es bereits jetzt schon eine Reihe von Interessenten für die ebenfalls im Schirrhof geplanten Büros für soziale Träger und Räume für Künstler, die eine Nutzung ab 2020 zugesagt hätten.

Gegen die Stimmen der CDU schloss sich der Ausschuss einer gemeinsamen Resolution der drei weiterführenden Schulen in Kamp-Lintfort an, in der sie die Einrichtung der von der Landesregierung geplanten Schwerpunktschulen für Inklusion in Kamp-Lintfort ablehnen.

Beim Thema Inklusion sind sich die Schulleiter einig

Im Sinne der seit 2013 bestehenden erfolgreichen Praxis, die schulische Inklusion vor Ort gemeinsam zu stemmen, möchte man keine Schwerpunktschulen in Kamp-Lintfort einrichten, heißt es unter anderem sinngemäß in dem von den Schulleitern der Europaschule, des Georg-Forster-Gymnasiums und der Unesco-Schule unterzeichneten Papier.

Und weiter: „Vielmehr möchten die drei Schulen eine Zuordnung der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf nach gängiger Praxis mit Hilfe der unteren Schulaufsicht vornehmen.“ Die SPD begrüße die Resolution ausdrücklich, so Michael Hänsel, weil das in Kamp-Lintfort praktizierte Modell „eigentlich recht gut laufe.“ CDU-Fraktionschef Simon Lisken hält die Entscheidung der Schulleiter zwar für „nachvollziehbar“, sagte aber: „Der Weg der Landesregierung macht Sinn.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben