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In Moers baut van der Valk neu – und investiert Millionen

Das Hotel Van der Valk an der Krefelder Straße entsteht in weiten Teilen bald ganz neu.

Das Hotel Van der Valk an der Krefelder Straße entsteht in weiten Teilen bald ganz neu.

Foto: Hans Blossey

Moers.   32 Jahre nach der Eröffnung plant das Moerser Hotel einen Neubau: größer, komfortabler, grüner. Der Erfolg des Hauses ist auch sein Problem.

Das Moerser Hotel Van der Valk steht vor der größten Veränderung seit seiner Eröffnung vor 32 Jahren. Das Haus an der Krefelder Straße soll in Teilen abgerissen und anschließend durch einen größeren und moderneren Neubau ersetzt werden. Mehr Kapazitäten sowie aktuellere Standards bei Komfort, Technik und Ökologie nennt Hotelchefin Winny van der Valk als Ziele ihrer Pläne. Wie viel die Eigentümerfamilie in den Standort Moers investieren wird, ist noch offen. Sicher ist, dass es sich um etliche Millionen Euro handeln wird.

Sicher ist auch: Das erste in Deutschland eröffnete Van-der-Valk-Hotel brummt. Mehr als 2000 Veranstaltungen laufen im Jahr, die durchschnittliche Auslastung liegt über 80 Prozent. Dienstags bis samstags ist das 120-Zimmer-Haus ausgebucht, für mindestens 500 Übernachtungen im Jahr mietet das Management Zimmer in Hotels der Umgebung, um eigene Gäste unterbringen zu können. Und wer bei den Niederländern in einem der Säle Hochzeit feiern will, bekommt frühestens in einem Jahr einen Termin.

Kehrseite des Erfolgs: Das Hotel muss Leute abweisen

„Einerseits macht es mich stolz“, sagt Winny van der Valk. Doch sie spürt längst die Kehrseite des Erfolgs: „Ich muss zu oft Leute abweisen. Und wenn die das dreimal erleben, versuchen sie es danach erst gar nicht mehr.“

Also steht eine deutliche Erweiterung an. 180 Zimmer sollen es werden, mindestens. An die Stelle von sechs großen und kleinen Veranstaltungsräumen sollen zwei komplette Konferenzbereiche treten, beide mit je einem großen Saal für jeweils 500 Personen, dazu kleinere Räume, die nach Bedarf kombiniert oder getrennt und ebenso vermietet werden können.

Darüber hinaus verspricht die Direktorin deutlich höhere Standards, angefangen bei der Klimaanlage in allen Hotelzimmern bis zum Relax-Bereich mit Jacuzzi und Fitnessstudio für die Gäste.

Nach dem Neubau gibt es ein Rooftop-Bar

Anders als im jetzigen, 1986 errichteten Bau, werden in den neuen, höheren Sälen und Tagungsräumen fast keine Säulen mehr stehen und den Blick auf Referenten oder Leinwände behindern. Es kommt ein neuer, barrierefreier Eingang, zum Park hin entsteht eine große Terrasse, oben auf dem Dach eine „Rooftop-Bar“ .

Apropos Park: Auch von dort, verspricht Winny van der Valk, werde man künftig einen schönen Blick aufs Hotel haben. „Das neue Haus hat keine Rückseite mehr, weil die komplette Logistik mit Kühlhäusern und Lagerräumen ins Gebäude verlegt wird.“

Mehr Elektro-Zapfsäulen – nicht nur für Tesla

Dort erfolgt dann die Anlieferung. Die Küche wächst, und sogar eine kleine unterirdische Verbrennungsanlage entsteht, eine Solaranlage auf dem Dach liefert Energie.

Die Zahl der Elektro-Zapfsäulen soll deutlich steigen, künftig sollen alle Automarken – nicht nur Tesla – hier Strom „tanken“ können. Ein Landschaftsarchitekt soll mit Grünanlagen dafür sorgen, dass sich der Außenbereich stärker in die Natur einfügt. „Wir wollen nachhaltig bauen. Wir sind ja auch eine Art Aushängeschild“, erklärt Winny van der Valk. „Für viele, die nach Moers fahren, ist unser Haus der erste Eindruck von der Stadt.“

Vom alten Hotel wird nur ein kleiner Teil stehen bleiben, alles andere wird abgerissen. Das neue Haus ist nicht mehr so ausgedehnt, dafür höher und kompakter.

Das Haus schließt ein Jahr lang – danach mehr Jobs

Im laufenden Betrieb, sagt Winny van der Valk, sei das Vorhaben nicht möglich. Das Hotel wird deshalb ein Jahr lang schließen. Danach werde man auf jeden Fall mehr Leute brauchen: „Wir schaffen mit dem Neubau auch neue Jobs.“

Wann gebaut wird, ist noch offen. Dem Gestaltungsbeirat der Stadt Moers hat Winny van der Valk ihre Pläne immerhin schon vorgestellt. Im Behördenverfahren befindet sie sich damit aber nicht. „Es ist noch ein frühes Stadium“, weiß die Direktorin.

Der städtische Fachmann Thorsten Kamp ist begeistert

Dem pflichtet der Technische Beigeordnete der Stadt, Thorsten Kamp, bei. Es habe bereits mehrere Abstimmungsgespräche zwischen ihm und dem Hotel-Management gegeben, „das ging sehr vertrauensvoll zu“, sagt Kamp zufrieden. Gleichwohl müsse es ein Bebauungsplanverfahren geben, das etwa eineinhalb Jahre dauern werde, danach komme erst die Baugenehmigung, wobei sich beide Verfahren überlappen könnten. Was die Baupläne angeht, ist Thorsten Kamp begeistert: „ Das ist klasse, was Van der Valks vorhaben, und es ist klasse, dass sie den Standort Moers ausbauen und zukunftsfähig machen wollen.“

>> WEITERE INFORMATIONEN:

Die niederländische Van-der-Valk-Kette betreibt weltweit mehr als 100 Hotels. 14 Häuser sind es in Deutschland, allein sechs davon in Mecklenburg-Vorpommern, wo Van der Valk zu den größten Tourismus-Firmen gehört. Das dortige Resort in Linstow ist nicht nur die größte Ferienanlage des Landes sondern auch das größte Van der Valk Projekt weltweit. .

Die Leitung der Hotels übernehmen ausnahmslos Angehörige des weit verzweigten Familienclans. Winny van der Valk gehört der vierten Generation an und ist seit 2012 Direktorin in Moers. Die heute 28-Jährige hat als Kind schon in der Grafenstadt gelebt. Ihr Vater Vincent war von 1989 bis 1994 Direktor des Hauses an der Krefelder Straße. Heute ist er Chef der Deutschland-Gruppe.

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