Ferienprogramm

In Moers gehen Kinder auf eine Zeitreise ins Mittelalter

Anna, Mina, Victoria und Aleyma (v.l.) lernen im Grafschafter Musenhof viel über das Leben im Mittelalter.

Anna, Mina, Victoria und Aleyma (v.l.) lernen im Grafschafter Musenhof viel über das Leben im Mittelalter.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Moers.  Der Grafschafter Musenhof in Moers lädt Kinder zu seinem Sommerprogramm in die Lern- und Spielstadt ein. Bezahlt wird mit dem „Moerser Möhrchen“.

Unter dem Motto „Ein Sommer im Mittelalter“ lernen junge Besucher beim Musenhof-Sommerprogramm das Leben von vor hunderten von Jahren kennen. Patrick Bohndörfer, genannt Mitch, leitet seit dieser Saison das Ferienprogramm und gewährt einen Einblick in das mittelalterliche Dorf.

„In den letzten Jahren hat sich das Programm richtig etabliert, viele Kinder kommen jedes Jahr wieder. Dieses Jahr haben wir aber auch viele neue Kinder dabei“, erzählt der Kulturpädagoge. Vormittags sind meistens so um die 40 Kinder anwesend, während am Nachmittag bis zu 30 Kinder vor Ort sind. Drei Betreuer und einer als Reserve sind dauerhaft für die Aufsicht der jungen Dorfbewohner zuständig.

„Die Kinder kommen bei uns an und dürfen sich dann erstmal Verkleiden und in ihre eigene Rolle schlüpfen, freiwillig natürlich“, erklärt Bohndörfer – und das tun sie auch. Eine halbe Stunde nach Beginn gibt es dann eine Einführungsrunde, in der man sich vorstellt und die Dorfregeln besprochen werden. Dann werden die Kinder wieder in die Freispielzeit entlassen. Zwischendurch finden kleinere Aktionen statt, in denen den Kindern auch Wissen über das damalige Leben vermittelt werden soll.

Wöchentlich wechselt die Themen in dem kleinen Dorf. In der ersten Woche wurde unter dem Motto „Der Jahrmarkt ist in der Stadt“ das bunte Treiben eines mittelalterlichen Marktes nachgespielt. Es wurden Verkaufsstände aufgebaut, an denen die Kinder selbstständig und mit der dorfeigenen Währung, dem „Moerser Möhrchen“, Handel treiben konnten, oder es gab kleinere Aktionen, zum Beispiel einen Wettbewerb für Marktschreier.

Diese Woche steht alles unter dem Gesichtspunkt „Rettet die Ernte“. Die Kinder pflanzen selber Kräuter an, mahlen Getreide mit der Handmühle, machen ihren eigenen Brei nach mittelalterlichem Vorbild und lernen, wie man früher Lebensmittel für den Winter konservierte. In der dritten und letzten Woche des Programms dreht sich alles um „Das Ritterturnier“. Es werden Turniere stattfinden, in denen die Kinder in mittelalterlichen Disziplinen ihr Können unter Beweis stellen. „Wir freuen uns sehr, wenn auch weiterhin viele Kinder zu Besuch kommen“, betont Mitch.

Wenn man sich in dem liebevoll gestalteten Dorf umschaut, fällt auf, dass sich bei den jungen Bewohnern eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Während auf dem Marktplatz ein Händler seine Waren anbietet und mit Kunden feilscht, hält die Stadtwache auf dem „Meerturm“ mit integriertem Kerker Ausschau. Wer seinen Kindern ebenfalls einen Kurzaufenthalt im Mittelalter ermöglichen will, hat noch bis zum 25. August die Chance dazu. Verpflegen müssen sich die Kinder aber selber.

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