Kriminalität

In Moers haben Autoknacker zurzeit Hochsaison

Eine Autotür wird mit Hilfe eines Schraubenziehers geöffnet. In vielen Fällen schlagen die Diebe aber auch die Autoscheiben ein.

Foto: Heiko Wolfraum

Eine Autotür wird mit Hilfe eines Schraubenziehers geöffnet. In vielen Fällen schlagen die Diebe aber auch die Autoscheiben ein. Foto: Heiko Wolfraum

Am Niederrhein.   Seit kurzem berichtet die Polizei fast täglich von Autoaufbrüchen. Sie geht nicht von organisierter Kriminalität aus. Der Schaden ist groß.

Die Nachrichten über Autoaufbrüche in Moers wollen nicht abreißen. Seit rund zwei Wochen berichtet die Polizei fast täglich von zerschlagenen Autoscheiben, aufgebrochenen Autotüren und gestohlenen Navigationsgeräten.

Am Freitag berichtete die Polizei vom jüngsten Fall in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag: „Am Parkplatz Kastell schlugen Unbekannte an einem schwarzen Mercedes und einem schwarzen VW Golf die Seitenscheiben ein und erbeuteten unter anderem einen Fernseher, eine Kaffeemaschine, einen Wasserkocher, USB-Sticks und Bargeld. Auch an einem roten Mercedes, der auf der Hanckwitzstraße parkte, drangen die Diebe durch Einschlagen der Seitenscheibe gewaltsam ein. Hier erbeuteten sie ein Ladekabel.“

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache

Da entsteht der Eindruck, dass die Autoknacker vermehrt am Werke sind – was aber Timm Wandel, Pressesprecher der Kreispolizei Wesel, zurzeit so noch nicht bestätigen kann.

Denn die Zahlen übers Jahr gesehen sprechen eine andere Sprache: Wurde im Kreis Wesel im vergangenen Jahr in der Zeit von Januar bis August 468 Mal ein Auto aufgebrochen, war dies im gleichen Zeitraum in 2017 nur 430 Mal der Fall.

Timm Wandel: „Gefühlt natürlich mehr, de facto weniger.“ Auffallend ist indes, dass in letzter Zeit – gerade in Moers – wieder Autoscheiben eingeschlagen werden. „Ein Phänomen aus früherer Zeit“, sagt der Polizeisprecher – aber jetzt ist es wieder da.

Tipp: Keine Gegenstände im Auto liegen lassen

Dass dies so ist, hat laut Timm Wandel einen guten Grund: „Viele Leute machen ihr Auto für Diebe interessant.“ Da werden Handys ebenso im Auto liegen gelassen wie Kameras, Handtaschen oder Laptops. Dabei gilt laut Wandel immer noch der Satz: „Gelegenheit macht Diebe.“

Wer wertvolle Gegenstände auch nur kurze Zeit sichtbar im Auto liegen lässt, macht einen Fehler: Ein Schlag, ein Griff, und schon ist der Dieb mit der Beute verschwunden.

Da hilft es auch nicht der Versuch, Wertsachen im Auto zu verstecken. Wer sein mobiles Navi ins Handschuhfach packt, verrät dessen Vorhandensein schon allein durch die Kringel, die die Navi-Halterung an der Windschutzscheibe hinterlässt. Kaum dass das Kabel, das man im Zigarettenanzünder stecken lässt, noch als Hinweis benötigt wird.

Selbst Jacken sind interessant für Diebe

Und selbst, wer glaubt, eine Jacke oder ein anderes Kleidungsstück würde keinen Dieb dazu verlocken, die Seitenscheibe des Fahrzeugs zu zertrümmern, der liegt falsch: Teure Jacken beispielsweise lassen sich auf Verkaufsportalen im Internet schnell zu Geld machen.

Was die Autoaufbrüche in Moers angeht, so gibt es laut Timm Wandel keine Brennpunkte: „Das geht quer durchs Stadtgebiet.“ Und die Täter gehören wahrscheinlich keiner organisierten Bande an – diese Tätergruppierungen bestehen meist aus Profis, die es auf Airbags, fest eingebaute Navis, auf teure Räder oder sogar Stoßfänger angesehen haben. Diejenigen, die die Autoscheiben einschlagen, sind Gelegenheitsdiebe. Und denen werde es oft viel zu einfach gemacht, meint Timm Wandel.

>> Info <<

Was der Polizei auch immer wieder Arbeit und den Autobesitzern Ärger macht, sei die Angewohnheit, das Auto nicht in die Garage zu stellen – sei es aus Bequemlichkeit oder wegen einer anders gefüllten Garage.

Wer eine Garage hat, der sollte sie auch unbedingt nutzen, so Timm Wandel von der Kreispolizei Wesel. Und: Wer keine Garage hat, der sollte sein Auto möglichst unter einer Laterne oder an anderen hellen Flecken parken.

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