Digitale Zukunft

In Moers ist die digitale Zukunft erst einmal vertagt

Glasfaserleitungen für schnelles Internet: In Moers lässt der Ausbau noch auf sich warten.

Glasfaserleitungen für schnelles Internet: In Moers lässt der Ausbau noch auf sich warten.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Moers.  Eigentlich sollte der flächendeckende Ausbau für schnelles Internet in Moers und Umgebung schon im Frühjahr starten. Ein Detail fehlt aber noch.

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In Moers ist die digitale Zukunft erst einmal vertagt. Eigentlich sollten schon vor Monaten neue, dringend benötigte Glasfaserleitungen verlegt werden, doch Mehrkosten von über 750.000 Euro haben bei dem Projekt für erhebliche Verzögerungen geführt.

Schon seit 2016 beschäftigt sich die Enni Stadt & Service mit der Frage, wie in der Region die so genannten weißen Flecken bei der Breitbandversorgung von der Landkarte verschwinden können. Die Telekom hatte damals zwar in weiten Teilen von Moers schnelles Internet ermöglicht, aber eben nicht überall.

Glasfaser für 4000 Haushalte, 350 Firmen, 70 Schulen

In einem ersten Schritt hatte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft „wir4“ (Moers, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg) den Bedarf bei Firmen ermittelt, die Enni anschließend bei privaten Haushalten, Schulen und in Gewerbegebieten. Das Ziel: 4000 Haushalte, 350 Firmen und 70 Schulen in den vier Kommunen mit den immer wichtigeren Glasfasernetzen auszustatten.

Der Kostenbedarf, von der Enni als „Wirtschaftlichkeitslücke“ bezeichnet, belief sich laut Enni-Antrag aus dem Jahr 2017 auf 28 Millionen Euro. Im Frühjahr 2018 war die Euphorie groß, als Zusagen vom Bund und vom Land über jeweils 14 Millionen Euro vorlagen. Prognostizierter Baubeginn damals: Frühjahr 2019. Daraus ist nichts geworden.

Das Projekt ist nach der Ausschreibung teurer geworden

Der Grund für die Verzögerung ist ein finanzieller: Das Projekt ist teurer geworden, wie Enni-Pressesprecher Herbert Hornung jetzt auf NRZ-Anfrage mitteilt. Anfang 2018 sei nur der „vorläufige Finanzbedarf“ von Bund und Land bewilligt worden. Nachdem die Telekom das Ausschreibungsverfahren für den Netzausbau für sich entschieden hatte, sei aber noch einmal neu gerechnet worden. Das Ergebnis: 28.759.512 Euro werden benötigt – bewilligt waren aber 28 Millionen Euro.

„Wegen der Differenz musste ein neuer Antrag gestellt werden“, teilt Hornung mit. Seit Mitte Juli lagen die Projektunterlagen beim Bund vor. Die gute Nachricht: Die Bewilligung des Bund-Anteils über 14.379.756 ist in diesem November bei der Enni eingegangen, für das Land hat die Bezirksregierung Düsseldorf eine Bewilligung des Anteils bis zum Jahresende in Aussicht gestellt. Die schlechte Nachricht: Zurzeit kann die Enni nicht sagen, wann mit dem Ausbau für das schnelle Internet begonnen wird. Die weißen Flecken auf der digitalen Landkarte bleiben also noch ein bisschen.

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