GMGV Moers

In Moers verhagelt die Coronakrise einem Verein das Jubiläum

Sie begutachten das Wachsmodell für das Relief (v.l.): Künstler Michael Franke, Christine Knupp-Uhlenhaut (ehemalige Museumsleiterin), Thorsten Kamp (Technischer Beigeordneter) und Peter Boschheidgen (Vorsitzender GMGV). Das Foto entstand in Frankes Atelier in Erkelenz.  

Sie begutachten das Wachsmodell für das Relief (v.l.): Künstler Michael Franke, Christine Knupp-Uhlenhaut (ehemalige Museumsleiterin), Thorsten Kamp (Technischer Beigeordneter) und Peter Boschheidgen (Vorsitzender GMGV). Das Foto entstand in Frankes Atelier in Erkelenz.  

Foto: GMGV

Moers.  Der Grafschafter Museums-und Geschichtsverein würdigt in diesem Jahr 400 Jahre oranische Befestigung – das ist nicht einfach in der Coronakrise.

„So hatten wir uns den Verlauf des 400-jährigen Jubiläums der Vollendung der oranischen Befestigungsanlage der Stadt Moers und ihres Schlosses eigentlich nicht vorgestellt“, berichtet Peter Boschheidgen, Vorsitzender des Grafschafter Museums-und Geschichtsvereins (GMGV) in einer Mitteilung an die Redaktion.

Zwei Großprojekte hat der Verein aus Anlass des runden Geburtstages der im Jahr 1620 unter Moritz von Oranien nach nicht einmal 20-jähriger Bauzeit vollendeten Befestigungsanlage in der Pipeline, deren Ausstoß nun durch das Corona-Virus verstopft ist: Am 25. März sollte das vom Verein in Auftrag gegebene Buch „400 Jahre oranische Befestigung von Moers 1620 – 2020“ auf der Mitgliederversammlung und am 30. März feierlich im Rittersaal des Schlosses in einem Festakt der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Beide Veranstaltungen hat der Vorstand wegen der Pandemie abgesagt. Die Vereinsgeschichte ist mit der oranischen Befestigung von Moers eng verknüpft.

Der Gründer des Vereins, der Moerser Amtsrichter Dr. Hermann Boschheidgen, hatte im Jahr 1917 das Standardwerk zu dieser Befestigungsanlage „Die oranische und vororanische Befestigung von Moers“ herausgegeben.

Der Vorstand des GMGV sah daher im runden Festungsgeburtstagsjahr einen guten Anlass, durch ein hochkarätiges, fünfköpfiges Autorenteam unter Leitung von Prof. Dr. Wensky den Stand der Erkenntnisse 100 Jahre danach zu aktualisieren. Der letzte Teil des Buches ist vom Technischen Beigeordneten Thorsten Kamp verfasst und hat den von Hermann Boschheidgen natürlich nicht berücksichtigbaren Abschnitt des „Schicksals der Befestigungsanlagenlage im 20. Jahrhundert“ zum Gegenstand.

Die Buchsendung ist zunächst eingelagert. „Sollte die virusbedingte, amtlich verordnete Häuslichkeit andauern, ist ein Versand an Lektüreinteressierte zu erwägen“, meint Peter Boschheidgen. Ebenfalls in der Warteschleife befindet sich das zweite GMGV-Projekt: Der Verein hat sich durch Notarvertrag verpflichtet, der Stadt aus Anlass des Jubiläums ein Bronzerelief der oranischen Befestigung zu schenken.

Symbolisch sollte dieses durch den Erkelenzer Künstler Michael Franke gestaltete Relief am 16. Mai, dem Städtebauförderungstag, auf dem Kastellplatz übergeben werden. Das Virus lässt auch diese Veranstaltung entfallen. Ohnehin wird die Aufstellung des Bronzereliefs noch auf sich warten lassen müssen, bis die Pflasterarbeiten am Aufstellungsort, dem Schlossparkeingangsbereich hinter dem Henriettendenkmal, abgeschlossen sein werden. Sponsoren dieses aufwendigen GMGV-Projektes sind der Rotary Club Moers und seine Stiftung, die Volksbank Niederrhein und die Grafschaft Moers Geschichtsstiftung.

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