Fridays für Future

In Neukirchen-Vluyn demonstrieren mehr Erwachsene als Kinder

Fridays-for-Future-Demo in Neukirchen-Vluyn.

Fridays-for-Future-Demo in Neukirchen-Vluyn.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Neukirchen-Vluyn.  Fridays for Future in Neukirchen-Vluyn: Die Bewegung rief zur fünften Demonstration auf. Der Bürgermeister staunte über die Beteiligung.

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„Früher war der Fisch in der Packung, heute ist die Packung im Fisch“, oder noch ein bisschen provokativer: „Mit Abschalten war nicht euer Gehirn gemeint“. Diese und ähnliche Sprüche waren gestern auf den Plakaten und Bannern zu lesen, die die „Fridays for Future“-Demonstranten in die Höhe streckten. Am weltweiten „Global Day of Climate Action“ rief die Ortsgruppe der „Fridays for Future“-Jugendbewegung zur mittlerweile fünften Protestaktion in Neukirchen-Vluyn auf. „Wir geben nicht auf. Die Bundesregierung hat scheinbar immer noch nicht verstanden, dass wir in Sachen Klimaschutz einen Neustart brauchen“, sagte Mitorganisatorin Mara Kleine.

Die Jugendlichen kritisieren unter anderem das Klimapaket, das gestern Thema im Bundesrat war. „Warum sich einem Klimapaket verpflichten, dessen Ziele man sowieso nicht einhält?“, fragte sich Kleine. Sie fordert, dass die Politik Klimaschutz „einfach und günstig“ mache. Um zu signalisieren, wie ernst es den Jugendlichen ist, gingen sie gestern auf die Straße. Auf dem Vluyner Platz teilten sie Banner und QR-Codes fürs Handy aus, mit denen man direkt zu den Protestsprüchen gelangte. Doch mehr als 20 Jugendliche und rund 50 Erwachsene waren es nicht, die schließlich vom Vluyner Platz aus über den Vluyner Südring in Richtung Trox zogen.

Die Profis sind die Wissenschaftler

Bürgermeister Harald Lenßen, der die Demo begleitete, war über die geringe Teilnehmerzahl überrascht. „Ich habe, nachdem jetzt länger keine Demo mehr war, deutlich mehr Jugendliche erwartet“, sagte er. An der Trox-Kreuzung gab es eine Kundgebung. „Die Profis sind nicht die Politiker, sondern die Wissenschaftler. Die Politik könnte zum Beispiel mit einer Kerosinsteuer den Klimaschutz unterstützen, damit weniger Menschen fliegen“, erklärte Julie Kleine. Sie erhielt jede Menge Zuspruch und Applaus für ihre Worte. Antonia Bernett versuchte es mit einem emotionalen Appell: „Ich möchte meine Kinder und Enkel in einer bunten Welt aufwachsen sehen. Ich möchte ihnen keine Fotos von Schneemännern zeigen müssen.“

Im Anschluss setzte sich der Protestzug singend fort. „Klatscht in die Hände – Verkehrswende“ oder „Oh, Regenwald“ wurden immer wieder angestimmt. „Ich finde es bewundernswert, dass sich die Kinder so für ihre Zukunft einsetzen. Das unterstütze ich gerne“, sagte ein erwachsener Teilnehmer. Über den Nordring ging es zurück zum Vluyner Platz. Dort endete die Aktion gestern mit einem „Die-in“ – dem symbolischen Klima-Tod. Die Demonstranten legten sich auf den Boden, um zu zeigen, dass es für die Rettung des Klimas bald zu spät ist.

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