Möhnensturm

In Neukirchen-Vluyn sind Bayern gegenüber Möhnen chancenlos

Die Möhnen in Aktion.

Foto: Volker Herold

Die Möhnen in Aktion. Foto: Volker Herold

Neukirchen-Vluyn.   Rathaussturm in Neukirchen-Vluyn. In Windeseile haben sich die Möhnen den Schlüssel des Verwaltungsgebäudes geholt. Dazu gab’s passende Lieder.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Da hat sich der Bürgermeister aber kräftig verzählt. Zwölf Möhnen will er gesehen haben, 13 vielleicht. Nee, Harald Lenßen: Das waren – mindestens 66 wilde Weiber. Die Neukirchen-VLÜ-KA-GE feiert Jubiläum und deswegen hat Präsident Jörg Thiem pullenweise Sekt für den Fall angekündigt, dass 66 Möhnen das Rathaus stürmen. Ob es nun exakt so viele waren – sei’s drum.

Altweiber in Neukirchen-Vluyn

Bei bestem Wetter stürmten in diesem Jahr sehr viele Möhnen das Rathaus.
Altweiber in Neukirchen-Vluyn

Es waren deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. Sagt auch Elsa Bertz, die Obermöhne der Neukirchen-VLÜ-KA-GE. Und die Frauen haben wieder ganze Arbeit geleistet. Zwar hatte der Bürgermeister etliche Bayern um sich geschart, die auch den Eingang zum Rathaus abschirmen sollten und den vielen Möhnen mutig entgegensangen, dass sie nach Hause gehen könnten.

Bürgermeister: Die Lage ist verfahren

Aber von Gegenwehr haben sich die Möhnen noch nie abschrecken lassen, und so skandierten sie auch in diesem Fall, dass man den Bayern doch bitte die Lederhosen ausziehen möge.

„Wir wollen an den Schlüssel ran“, sangen die Möhnen aus vollem Halse, und es dauerte danach auch gar nicht lange, bis die ersten wilden Weiber die Rathaustreppe stürmten und die chancenlosen Bayern beiseite schoben.

Harald Lenßen, der Robin Hood Neukirchen-Vluyns, musste sich alsbald geschlagen geben. Am Ende hatte der Mann schlicht keine Möglichkeiten mehr. Während auf der Bühne die Püppchen und die Regimentskinder tanzten und die Möhnen weiter ihre fröhlichen Lieder sagen, konnte der einstige Rathauschef nur am Rande stehen und auf die nächsten ruhigen Tage blicken. „Die Situation ist verfahren“, klagte Lenßen. Und nun sei auch noch der Schlüssel weg.

Bloß nix kaputt machen ...

Immerhin hätten die Frauen versprochen, das Rathaus nicht kaputt zu machen, hieß es. Das ist auch gut so, denn die Reparatur nicht vorhergesehener Schäden durch karnevalistisches Eingreifen ist nicht im Haushalt für das laufende Jahr vorgesehen und würde sicher zu Diskussionen führen.

Für die Möhnen dürfte die Gewalt über das Rathaus eine gute Belohnung für den Tag gewesen sein. Denn immerhin waren die Damen seit den frühen Morgenstunden in eisiger Kälte auf den Beinen. Um sieben Uhr ging es los. Nach dem Sturm auf das Rathaus zogen die Möhnen zum Klingerhuf.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik