Klassische Musik

„Joshua“: Anspruchsvolle Aufgabe für den Moerser Kammerchor

Der Moerser Kammerchor führt Joshua auf.

Der Moerser Kammerchor führt Joshua auf.

Foto: Erwin Pottgiesser

Moers.   Minutenlanger Applaus für die Aufführung von Händels Oratorium „Joshua“ in der Stadtkirche. Das Stück sendet eine ewig junge Botschaft aus.

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Die Liebe siegt über Krieg und Tyrannei! Das ist die Quintessenz von Georg Friedrich Händels Oratorium „Joshua“, das der Moerser Kammerchor am Samstag in der Stadtkirche erklingen ließ.

Mit dieser farbenfrohen biblischen Geschichte setzt der Chor seine Aufführungen großer Oratorien und Passionen fort. Händels 1747 komponiertes Werk setzt die Geschichte um den israelischen Volkshelden mit Pauken- und Trompetenklängen, mit virtuosen Arien, großen Freuden-, Jubel- und Trauerchören in eine expressive musikalische Klangsprache um.

Der Chor hat beim Singspiel die tragende Rolle

Für die orchestrale Begleitung sorgte einmal mehr die Camerata Louis Spohr aus Düsseldorf. Als Solisten wirkten mit: Christina Kühne (Sopran), Marie-Sande Papenmeyer (Mezzosopran), Mark Heines (Tenor), Gregor Finke (Bass) und Mark Vargin (Knabensopran). Obwohl im sich über drei Akte erstreckenden Singspiel Solo-Arien und Rezitative breiten Raum einnehmen, kommt dem Chor, der das Volk Israel verkörpert, die tragende Rolle zu. Eine ziemlich anspruchsvolle Aufgabe, welche sowohl die rund 70 Sängerinnen und Sänger als auch die Solisten und das 35 Köpfe zählende Orchester mit Bravour meisterten.

„Das Oratorium in englischer Originalsprache zu singen, war eine zusätzliche Herausforderung für uns“, erklärte die Chor-Vorsitzende Gisela Jans. „Es hat uns allen einen Riesenspaß gemacht“, war Chorsänger Peter Boschheidgen dennoch rundum glücklich. „Ich bin sehr froh, dass alles so gut geklappt hat“, freute sich auch Chorleiter und Dirigent Klaus-Peter Pfeifer.

Schöne Musik, aber das Werk ist heute eher selten

Trotz der schönen Musik sei es ein heute nur selten gespieltes Werk: „Chor und Orchester mussten sich ganz neu darauf einstellen.“ Mit einem gemeinsam gesungenen und gespielten, strahlenden „Halleluja“ ging nach zwei Stunden andächtigen Zuhörens ein Abend mit Barockmusik vom Feinsten zu Ende: „Es war einfach wundervoll“, schwärmte eine der wenigen jüngeren Zuhörerinnen.

Das Publikum in der nicht ganz ausverkauften Kirche dankte mit minutenlangem Applaus. Im nächsten Jahr hat der Chor unter anderem das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms im Programm.

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