Stadtgeschichte

Kalender des Moerser Museums- und Geschichtsvereins ist da

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Der Neumarkt in Moers mit dem Denkmal des Preußenkönigs Friedrich I.

Der Neumarkt in Moers mit dem Denkmal des Preußenkönigs Friedrich I.

Foto: GMGV

Moers.   Der Kalender des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins entführt ins Moers der Kaiserzeit. Was macht das Trampeltier vor der Stadtkirche?

Was macht ein Trampeltier vor der Stadtkirche? Wann wurden Hochstraß, Asberg, Schwafheim, Vinn und Hülsdonk eingemeindet? War das „Bügeleisen“ einmal ein eigenständiges Altstadtviertel? – Kundige Antwort auf diese und neun andere Fragen liefert der Kalender „Moerser Ansichten 2018“ des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins (GMGV) mit einem Dutzend historischer Fotos, die Moers um die Jahrhundertwende zeigen.

Wobei mit der Jahrhundertwende selbstverständlich der Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert gemeint ist. Zu dieser Zeit war Moers noch weit davon entfernt, Großstadt zu sein, aber die Kohleförderung führte zu Wachstum und vor allem zu einem Bauboom. Die bis zur Bergbauära bäuerlich geprägten Strukturen wandelten sich. Die Fotos, die das GMGV-Team im Kalender 2018 präsentiert, dokumentieren den Wandel – und stellten eine Herausforderung dar. „Es war unsäglich schwer, die Bilder in den historischen Kontext zu stellen“, erklärt Historiker Dr. Wilfried Scholten.

Der Vorstand sagte: „Mach mal.“

GMGV-Vorsitzender Peter Boschheidgen beschreibt es so: „Man sieht Menschen, knapp und präzise eingearbeitet in den Kontext der Geschichte.“ Das Ziel der Kalender-Macher lautete: Kein Bild ohne Menschen, so Scholten. Die Idee stammt von GMGV-Schatzmeister Frank Heinrich, der vor einigen Jahren – kaum in den Vorstand gewählt – denselben von seiner Idee zu begeistern vermochte. Heinrich: „Der Vorstand sagte: Mach mal.“

Ging die Arbeit am ersten Kalender noch recht holperig vonstatten, so arbeitete jetzt ein eingespieltes Team an der vierten Ausgabe. Dr. Wilfried Scholten ist zuständig für die wenn auch knappen, so doch sehr informativen Texte; Ingo Plückhahn hat sich dem Layout und der digitalen Bildbearbeitung verschrieben. Die Herausforderung werde zukünftig darin bestehen, bislang kaum bekannte Motive zu finden.

Der GMGV verfügt über ein eigenes Archiv, welches in etwa deckungsgleich mit dem Stadtarchiv ist; jedoch ist das Team stets auf der Jagd nach unbekannten Fotos und interessanten Motiven, die einen Einblick in das Leben der Menschen in der damals noch kleinen und beschaulichen Grafenstadt bieten. Frank Heinrich hat nichts von seiner ursprünglichen Begeisterung verloren: „Die jüngere Generation entdeckt die Stadt durch die Bilder neu. Ich sehe sie mit anderen Augen.“

Falls sich die jüngere Generation den Kalender – der übrigens alle wichtigen Moerser Termine beinhaltet – an die Wand hängen möchte, sollte sie sich beeilen: Die Auflage ist auf 500 Stück begrenzt, und die Kalender erfahrungsgemäß am 31. Dezember restlos ausverkauft.

Den Kalender ist zum Preis von 9,95 Euro erhältlich im Moerser Schloss, bei der Barbara Buchhandlung, bei Thalia und der Stadtinformation an der Kirchstraße. Weitere Infos: www.gmgv-moers.de.

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