Klassische Musik

Kammerorchester lässt in Moers Vogelstimmen erklingen

Vogelstimmen erklingen beim Herbstkonzert des Niederrheinischen Kammerorchesters im Kulturzentrum Rheinkamp.

Vogelstimmen erklingen beim Herbstkonzert des Niederrheinischen Kammerorchesters im Kulturzentrum Rheinkamp.

Foto: Arnulf Stoffel

Moers.   Das Niederrheinische Kammerorchester Moers widmet das Herbstkonzert fast ganz den Stimmen der Vögel. Ein Komponist war mit dem Tonband unterwegs.

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Vogelstimmen füllten am Samstagabend den nicht ganz ausverkauften großen Saal des Kulturzentrums in Rheinkamp – gespielte und sogar echte. gewidmet.

„Der Variationsreichtum des Vogelgesangs, seine Virtuosität und Kreativität inspirierten immer wieder Komponisten zu ganz unterschiedlichen Werken“, erläuterte Orchesterleiter Michael Preiser zu Beginn des Konzerts und hatte dazu drei prägnante Beispiele ausgewählt.

Gackernde Hennen und ein Kuckuck

Den Anfang machte die Suite „Gli uccelli“ (Die Vögel) des italienischen Komponisten Ottorino Respighi (1879 – 1936). Ein farbenreich instrumentiertes Werk, das auf alte Kompositionen zurückgreift, und in dessen augenzwinkernd-humorvollen Arrangements neben poetischen Gesangskünstlern wie der Nachtigall auch gackernde Hennen samt Hahn sowie ein Kuckuck authentisch zu Wort kommen. Einer gänzlich anderen Idee folgte das nächste Stück, die Violinromanze „The Lark ascending” (Die aufsteigende Lerche) des englischen Organisten, Komponisten und Dirigenten Ralph Vaughan Williams (1872 – 1958). Ein romantisch-impressionistisches Tongemälde über eine in den Himmel aufsteigende Lerche, deren in der Höhe leise verklingender jubilierender Gesang von Agnes Izdebska-Goraj als Solo-Geigerin ebenso einfühlsam wie virtuos interpretiert wurde.

Nach der Pause stimmten zwei eher feierliche Elegische Melodien (op. 34) des norwegischen Komponisten Edvard Grieg (1843 – 1907) dann auf den mit Spannung erwarteten Höhepunkt des Abends ein: „Cantus Arcticus“, ein Konzert für Vogelstimmen und Orchester des finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara (1928 – 2016) aus dem Jahr 1972. Ein Werk mit der, wie Dirigent Preiser erklärte, „vielleicht ausgefallensten Besetzung eines Solokonzertes“.

Auf Stimmenfang in der finnischen Tundra

Übernehmen doch statt Instrumenten oder einer Singstimme Tonbandaufnahmen von Vogelstimmen den Solopart: Stimmen von Wildvögeln, die der Komponist selbst in der finnischen Tundra auf Tonband bannte und Stimmen voller Poesie, die sich in den Sätzen „Sumpf“, „Melancholie“ und „Ziehende Schwäne“ zusammen mit dem Orchesterklang zu einem eindrucksvollen atmosphärischen Naturporträt verbanden.

„Ein durchweg fröhliches, humorvolles Konzert mit einer tollen Solistin und einer sehr interessanten Kombination von Natur und Musik, die wir so noch nie gehört haben“, lobten nach dem Konzert gleich mehrere Besucherinnen und Besucher.

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