Stadtentwicklung

Kamp-Lintfort: Beim Projekt „Fit in Kali“ mischen Bürger mit

Der Spielplatz am Pappelsee soll neu gestaltet werden.

Foto: Volker Herold

Der Spielplatz am Pappelsee soll neu gestaltet werden.

Kamp-Lintfort.   Die Stadt möchte zur Landesgartenschau 2020 das Sport- und Freizeitangebot ausbauen. Viele Einwohner nutzen die Gelegenheit und geben Hinweise.

Wenn in zwei Jahren die Landesgartenschau (Laga) hoffentlich möglichst viele Touristen nach Kamp-Lintfort lockt, soll auch das Sport- und Freizeitangebot deutlich attraktiver geworden sein. „Fit-in-Kali“ ist ein städtisches Projekt überschrieben, bei dem ein neues Spiel- und Bewegungskonzept erarbeitet wird, das auch über die Laga hinaus den Freizeitwert der Stadt steigern soll.

Beauftragt damit ist das Essener Planungsbüro DTP Landschaftsarchitekten GmbH.

Wo fehlen Spiel- oder Sportplätze, wie sieht ein attraktiver Spielplatz überhaupt aus und ist er gut zu erreichen oder wo sind Orte, an denen sich Jugendliche gerne treffen? Das und mehr wollten die Planer von den Kamp-Lintfortern wissen, um deren Bedürfnisse kennenzulernen und auf dieser Basis Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten.

Möglichkeit für Anregungen schon im Oktober

Im Oktober konnten Kamp-Lintforter bei einem Bürgerfest zur Eröffnung des PlayParcs am Pappelsee ihre Anregungen los werden. Mit Hilfe einer interaktiven Stadtkarte im Internet war es zudem möglich, gezielt auf Missstände hinzuweisen oder Anregungen zu geben. Außerdem wurden 4000 Fragebögen an alle Kita- und Schulkinder verschickt. „Hier hatten wir eine Rücklaufquote von 60 Prozent“, so Jugendamtsleiterin Lydia Kiriakidou. Demnächst sei noch ein weiteres Beteiligungsformat geplant, bei dem es konkret um den Spielplatz am Pappelsee gehe.

Einige Hinweise auf Schwachstellen in der Stadt gibt es auf der interaktiven Karte, die, so Kiriakidou, „leider nicht so intensiv genutzt wurde, wie wir es uns erhofft haben.“ 25 Anmerkungen seien dort hinterlegt, die zum Teil mehrfach kommentiert wurden. „Für Menschen, die auch mal mehr als nur ein paar Schritte machen wollen, fehlen an einigen Stellen vernünftige Anbindungen an Außenflächen“, schreibt etwa „Rainer“. „Von den Parkflächen im Diepahm-Gewerbegebiet kommt man nicht weiter nach Süden. Dort wäre ein Übergang über den Kendel zu Honigshuck sinnvoll. Vom Kamperberg aus kommt man wohl in den Niederkamper Wald, nicht aber direkt in die Leucht. Nach Eschweg-Baerlagweg kommen nur noch Fahrstraßen. Die Fußgänger/Fahrradfahrer-Verbindung zur Halde Norddeutschland ist zwar möglich, aber über die Norddeutschlandstraße etc. sehr unschön. Auch dort wäre eine direkte Verbindung vom Dieprahmpark wünschenswert.“

Ein anderer Nutzer schreibt: „Es wäre doch super, wenn es hier in Kamp-Lintfort einen Kletterwald oder Hochseilgarten gäbe. Ich weiß nicht, ob für so etwas als Standort zum Beispiel die Leucht oder der Kamperwald in Frage käme oder vielleicht sogar im neu entstehenden Central Park. Es wäre auf jeden Fall eine super Sache, auch für alle umliegenden Gemeinden und Städte. Die Stadt möchte ja eh die touristische Infrastruktur verbessern.“

Spielplätze: Mehr Abwechslung ist erwünscht

Ein dritter wünscht sich im Niersenbruch einen „kinder- und jugendfreundlichen Fußballplatz mit zwei vernünftigen Toren (mittelgroße Tore), der für alle zugänglich ist. Vernünftige Wiese dazu, ohne hohe Schräge oder Steigung (nicht wie am Spielplatz am Milanweg, am besten hinter den Toren hohe Zäune (in Baden-Württemberg oftmals vorhanden).“

Erste Erkenntnisse gibt es laut Kiriakidou bereits. Bei der Fragebogenaktion etwa sei deutlich geworden, dass statt wohnortnaher kleiner „Standard-Spielplätze“ eher vielschichtigere und abwechslungsreiche Spielplätze weiter weg bevorzugt würden. Die daraus resultierende Empfehlung könne sicherlich auch Einfluss auf die Ansiedlung von Spielplätzen in Neubaugebieten haben, so die Jugendamtsleiterin.

Das Konzept des Planungsbüros soll in der nächsten Sitzung des Kultur- und Sportausschusses der Politik vorgestellt werden.

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