Kiesprotest

Kamp-Lintfort: Rat lehnt mehr Kiesabbau einstimmig ab

Foto: Hans Blossey

Kamp-Lintfort.   Ratsmitglieder aller Fraktionen sind sich einig. Neuigkeiten gibt es für die Altsiedlung: Rewe will „Markthalle“ im November 2019 eröffnen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das Signal aus dem Rat ist eindeutig – die Änderung des Landesentwicklungsplanes in Sachen Kiesabbau ist für die Stadt Kamp-Lintfort „in keiner Weise akzeptabel“: Einstimmig votierten die Ratsmitglieder aller Parteien für die Stellungnahme der Stadt-Kamp-Lintfort an die Adresse der Landesregierung, beklatscht von Vertretern der IG Dachsbruch, die zu Beginn der Ratssitzung am Dienstag noch einmal deutlich machten, was der Stadt verloren gehen würde, wenn im Wickrather Feld ausgekiest würde.

„Die SPD ist der Meinung, es reicht“, sagte deren Fraktionschef Jürgen Preuss. „Wir haben jetzt schon erhebliche Auskiesungsflächen – diese Grenze wollen wir nicht weiter überschreiten.“ CDU-Fraktionsvize Matthias Gütges: „Wir erleben heute eine historische Sitzung, selten zeigt sich der Rat so einmütig, wie heute.“ Kamp-Lintfort sei bereits in hohem Maße mit Müllverbrennungsanlage und Eyller Berg „umweltmäßig belastet“, so Gütges.

Rewe-Markt mit 1600 Quadratmetern

Neuigkeiten gibt es für die Bürger der Altsiedlung: Die Kevelaerer Schoofs-Gruppe wird als neuer Investor auf dem Marktplatz den Rewe-Markt bauen. Geplant ist das Gebäude im Stil einer Markthalle – mit großzügiger Fensterfront und hallenähnlichem Dach. Planungsamtsleiterin Monika Fraling konkretisierte den Standort: Demnach soll der Markt mit 1600 Quadratmetern Verkaufsfläche in der Mitte des Platzes entstehen, die Anlieferung soll über die Ebertstraße erfolgen, Parken ist in Richtung Franzstraße geplant. Vor dem Markt solle „Flanierraum“ bleiben, so Fraling. Der Zeitplan ist sportlich: „Im November 2019 soll die erste Fleischwurst über die Theke gehen“, kündigte Rewe-Standortplaner Peter Gumprich an.

Ab 2025 Bahnverbindung ins nördliche Revier

Auch in Sachen Bahnanschluss wird die Planung immer konkreter. Just eine Stunde vor der Sitzung kam die Nachricht, dass der VRR für mindestens 20 Jahre eine Bestellgarantie für die Strecke ausgesprochen hat. Als möglicher Partner für die Entwicklung der Infrastruktur stellte sich die R.A.T.H.-Gruppe vor. Gemeinsam mit der Stadt soll dafür die „Niederrheinbahn GmbH“ gegründet werden.

Arne Gogol vom Planungsamt erläuterte, wie es nach der Laga weitergeht: Geplant ist demnach bis 2025 ein Regelbetrieb von Kamp-Lintfort bis Duisburg im Stundentakt. Ab 2025 könnte es eine Verbindung Kamp-Lintforts ins nördliche Ruhrgebiet geben – im Stundentakt zwischen 5 und 23 Uhr. Laut Gogol will die Stadt Moers im Herbst über mögliche Haltestellen in Eick und Repelen beraten.

Baumboom: Stadthallensanierung verzögert

Schlechte Nachrichten hatte Dezernent Christoph Müllmann für die Ratsmitglieder: Die gute Baukonjunktur sorge zwar in der Baubranche für volle Auftragsbücher, das aber habe die Stadt Kamp-Lintfort nun bei ihren Sanierungsplänen für die Stadthalle schmerzlich zu spüren bekommen.

So habe man nach der Ausschreibung für manche Gewerke nur wenige, für ein Gewerk sogar kein einziges Angebot erhalten, sagte Müllmann. Fast bei allen Angeboten habe es Kostenüberschreitungen gegeben. Das könne zum einen zu einer Verzögerung des Zeitplans führen, aber auch zu einer Verteuerung des Projekts.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben