Umwelt

Kamp-Lintfort will künftig mehr Recyclingkies verbauen

Auch für den Unterbau im neuen Rathausquartier wurde Recyclingmaterial genutzt.

Auch für den Unterbau im neuen Rathausquartier wurde Recyclingmaterial genutzt.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Ob im neuen Rathausquartier oder auf dem Laga-Gelände – schon jetzt verbaut die Stadt Recyclingmaterialien. Das soll künftig noch forciert werden.

Die Stadt Kamp-Lintfort will künftig bei öffentlichen Bauprojekten verstärkt Recyclingkies und nachhaltige Baustoffe einsetzen. Einstimmig beschloss der Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz auf Antrag der SPD-Fraktion in seiner Sitzung am Donnerstag, dass die Verwaltung diese Alternativen prüfen soll. „Die Stadt Kamp-Lintfort wehrt sich gegen weitere Auskiesungen. Um hier auch eine Vorbildfunktion einzunehmen, sollte sie auch bei eigener Bautätigkeit dazu beitragen, dass die Ressource Kies weitestgehend vermieden und stattdessen Recyclingkies genutzt wird“, begründet die SPD ihren Antrag.

Was kaum einer weiß: Bereits jetzt verwendet die Stadt laut SPD bei vielen ihrer Bauprojekten Recyclingmaterial, etwa beim Unterbau im Rathausquartier oder auf dem Laga-Gelände. Er verstehe den Antrag in erster Linie als Appell, so Dezernent Martin Notthoff. Gleichzeitig mahnte er aber auch an, sich „nicht über steigende Baukosten zu beklagen“, wenn der Einsatz solcher Baumaterialien zu Mehrkosten führe. Die SPD möchte zusätzlich auch private Bauträger für die Sache gewinnen, „eine entsprechende Ansprache der Verwaltung ist wünschenswert“, heißt es dazu in ihrem Papier.

Der neue Klimaschutzmanager soll, wenn es nach den Linken geht, Mitglied des Gestaltungsbeirats werden

Eine Aufgabe mehr für den neuen Klimaschutzmanager der Stadt. Der heißt Rüdiger Wesseling, ist gebürtiger Moerser mit Wohnsitz in Hüls und tritt die Nachfolge von René Böhm an. Wenn es nach der Linksfraktion geht, soll er demnächst beratendes Mitglied des Gestaltungsbeirats werden. Einen entsprechenden Antrag haben die Linken jetzt bei der Verwaltung eingereicht.

„Mittlerweile spielen die Umweltverträglichkeit und die Umweltfreundlichkeit wichtige Rollen bei der Umsetzung von Bauvorhaben in Kamp-Lintfort. Das sollte in der heutigen Zeit auch bei der Zusammensetzung des Gestaltungsbeirats sichtbar sein,“ begründet Fraktionschef Sidney Lewandowski seinen Antrag. Für die Linken wäre das laut Lewandowski „ein richtiger Schritt, auch im Hinblick auf die verabschiedete Klimaresolution. Wir denken, dass gerade im Gestaltungsbeirat zu wenig für die Umweltverträglichkeit bei der Planung getan wird. Da kann der Klimaschutzmanager mit seiner Expertise weiterhelfen.“

Dass auch bei den städtischen Liegenschaften in Sachen Klimaschutz Handlungsbedarf besteht, machte am Donnerstag der Bericht der Ingenieurgesellschaft Gertec GmbH deutlich. Im Auftrag der Stadt haben sie für das Klimaschutzkonzept alle städtischen Gebäude unter die Lupe genommen. Jetzt arbeiten sie einen Sanierungsfahrplan aus, über den die Politik im nächsten Jahr abstimmen soll. Ganz oben auf der To-Do-Liste: das Ensemble Grundschule Pappelsee Standort Eyller Straße, das Schulzentrum Kamper Dreieck und das Rathaus.

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