Zechengeschichte

Kamp-Lintfort zeigt Konzept für Zentrum für Bergbautradition

Foto: Erwin Pottgiesser

Kamp-Lintfort.   Pumpenhaus wird zum Infozentrum, Angebote im Lehrstollen und im Haus des Bergmanns werden erweitert. Auch der Zechenturm soll eine Rolle spielen.

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Wenn alles wie geplant läuft, eröffnet in Kamp-Lintfort im Frühling 2020 nicht nur die Landesgartenschau, sondern auch ein am linken Niederrhein bislang einmaliges Museumsensemble für den Bergbau. Einstimmig begrüßte der Kulturausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch das Ausstellungskonzept für das geplante Zentrum für Bergbautradition.

Die Garderobe ist eine Waschkaue

Entwickelt hat das die Bielefelder Agentur „Arndt + Seelig Kommunikationsdesign“. Dreh- und Angelpunkt des Ensembles wird ein Informationszentrum im ehemaligen Pumpenhaus. Auf 105 Quadratmetern Ausstellungsfläche sollen acht anschaulich aufbereitete Themenfelder den Besuchern nicht nur kompakte Informationen und spannende Geschichten rund um das Thema Bergbau vermitteln, sondern auch Lust auf drei andere erlebnisorientierte Ausflüge rund um Kumpel und Kohle in Kamp-Lintfort machen.

Nachdem die Besucher in der einer Waschkaue nachempfundenen Garderobe abgelegt haben, startet der Themenparcours: In „Kloster/Kohle/Campus“ geht es um die Kamp-Lintforter Stadtgeschichte, Station zwei nimmt die Geschichte des „Steinkohlebergbaus in Deutschland“ unter die Lupe. Weiter geht es mit dem Themenfeld „Bergmann: Beruf und Berufung“, bevor es konkret um die „Geschichte der Zeche Friedrich-Heinrich“ geht. An Station sechs geht es um Geologie. Themenfeld sieben bewirbt andere touristische Ziele in Kamp-Lintfort.

Bei der Tour geht es auch auf den Zechenturm

An der letzten Station geht es dann ganz konkret um geführte Touren durch den Lehrstollen, das Haus des Bergmanns und hoch auf den Zechenturm. Für eine interaktive Wissensvermittlung soll überall mit einer Mischung aus Modellen, Exponaten, Bildern, Touchscreens, QR-Codes und Audioangeboten gearbeitet werden.

Auch das Haus des Bergmanns bekommt ein neues Gesicht: Während der Teil des Hauses, in dem das private Leben einer Bergmannsfamilie aus den 20iger Jahren aufbereitet ist, weitestgehend so bleibt, soll sich die Ausstellung im anderen Teil des Museums rund um die Siedlungsgeschichte drehen. Der Lehrstollen, der brandschutzertüchtigt wird, soll zusätzlich mit Filmstationen, etwa zum Thema Grubenwehr, ausgestattet werden. Der dem Pumpenhaus zugewandte Teil des Schirrhofs wird in seinen halboffenen Originalzustand versetzt und soll Platz für historisches technisches Gerät rund um den Bergbau schaffen.

Die Stadt beschäftigt einen Geschäftsführer

Den Betrieb stemmt die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition mit Unterstützung der Stadt, die eine in Teilzeit beschäftigte hauptamtliche Geschäftsführung finanzieren wird.

Die Kosten für die Umsetzung des Konzeptes bezifferte Klaus Seelig von der beauftragten Agentur in der Ausschusssitzung mit etwa 517 000 Euro. Den von Dezernent Christoph Müllmann genannten Wunschtermin zur Eröffnung mit Beginn der Laga nannte er „extrem sportlich“.


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Um das Ausstellungskonzept umsetzen zu können, will die Stadt nach dem einstimmigen politischen Votum im Ausschuss nun Fördergelder beantragen.

Laut Dezernent Christoph Müllmann habe das Rheinische Museumsamt sich interessiert gezeigt. Eine Entscheidung wird im Sommer erwartet.

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