Ausbildung

Kamp-Lintforter Bäckerei wird bei Azubi-Suche selbst aktiv

Den Tag der offenen Tür gibt es jetzt auch für Auszubildende.

Den Tag der offenen Tür gibt es jetzt auch für Auszubildende.

Foto: Norbert Prümen

Kamp-Lintfort.   Die Bäckerei Büsch hat in der Woche der Ausbildung zu einem Tag der offenen Tür geladen. Es hat sich gelohnt, sagen die Ausbilder.

Zur Halbzeit liegt vor Maria Peters ein stattlicher Stapel mit Bewerbungen: „Ich bin positiv überrascht, wie viele Interessierte und noch Unentschlossene heute hier waren“, freut sich die Ausbildungsleiterin der Bäckerei Büsch. Erstmals hatte der Betrieb am Mittwoch anlässlich der 6. bundesweiten Woche der Ausbildung einen Tag der offenen Tür in eigener Sache auf die Beine gestellt und junge Leute auf der Suche nach einer Lehrstelle in den Betrieb am Krummensteg geladen – mit Erfolg.

Insgesamt 70 Ausbildungsplätze bietet die Bäckerei Büsch für dieses Jahr in NRW aktuell an, 55 davon sind noch offen. „Wir wollen Azubis, die wollen. Dazu gehört unter anderem auch, dass die Jugendlichen von sich aus hierher kommen“, sagt Peters. Gesucht werden in der Bäckerei Büsch vor allem Azubis in den Berufen Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk Bäckerei, Bäcker/in, Gebäudereiniger/in und Berufskraftfahrer/in. „Im letzten Jahr konnten nicht alle Lehrstellen besetzt werden, deshalb hatten wir überlegt, wie wir es dieses Jahr angehen,“ so Peters.

Gleich nach einem Probe-Arbeitstag gefragt

Sascha Ivan, Dozent für Handel an der Deutschen Angestellten Akademie am Standort Kamp-Lintfort, ist mit sechs Schülern gekommen. „Für uns ist das eine willkommene Veranstaltung, weil die Schüler direkt mit dem Betrieb Kontakt aufnehmen können und so ihre mögliche Scheu abbauen können“, sagt der Dozent. Der 19-jährige Lukas ist noch ohne Ausbildungsplatz und greift die Gelegenheit beim Schopf. Er gibt nicht nur seine Bewerbungsmappe ab, sondern fragt gleich nach einem Probe-Arbeitstag.

Den empfiehlt Maria Peters allen, die sich für einen Ausbildungsplatz interessieren. Die Fragen der Interessenten ähneln sich an diesem Nachmittag. Es geht um Arbeitszeit, Gehalt, Übernahme nach der Lehre und um Aufstiegschancen. Maria Peters erzählt oft als Beispiel ihren eigenen Werdegang von der Bäckereifachverkäuferin zur Ausbildungsleiterin. „Bei der Fachverkäuferin hat sich in Sachen Vergütung in den letzten Jahren viel getan“, ergänzt sie. Aktuell bekommen Azubis im ersten Lehrjahr 615 Euro, im zweiten 700 Euro und im letzten 820 Euro.

Der Aufwand hat sich gelohnt

Und – nein, so früh muss ein Bäckerazubi heute gar nicht mehr aufstehen, macht Bäckermeister und Ausbilder Marc Zeitz klar. Sechs Bäcker-Azubis werden in diesem Jahr eingestellt, drei Stellen sind noch offen. „Die Arbeitszeit ist nicht mehr so das Problem“, weiß Zeitz. Ein Problem für manche Azubis sei vielmehr die Lage des Betriebs.

Für Maria Peters und Marc Zeitz hat sich der Aufwand gelohnt – für den ein oder anderen auf der Suche nach einer Ausbildung sicher auch.

>>INFO „Wer in diesem Jahr die Schule beendet und noch unentschlossen ist, sollte jetzt nicht in Panik verfallen. Es ist noch genügend Zeit, eigene Stärken und Talente zu analysieren und die dazu passenden Ausbildungsberufe zu finden“, so Barbara Ossyra, Leiterin der Agentur für Arbeit in Wesel.

Unter dem Motto „Beratung hoch 4“ gibt es am Freitag, 15. März, einen Tag der offenen Tür bei der Jugendberufsagentur Kamp-Lintfort (Freiherr-vom-Stein-Straße 20). Jugendliche können ohne Termin von 8 bis 12.30 Uhr vorbeikommen, sich beraten lassen und ihre Bewerbungsunterlagen checken lassen.

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