Bergbau

Kamp-Lintforter Kumpel entrümpeln den Schirrhof

Foto: Volker Herold

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Kamp-Lintfort.   Damit die alte RAG-Ausbildung umgebaut werden kann, muss alles raus. Dass das Gebäude zur Kita wird, macht den Kumpeln das Ausräumen leichter.

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Alles muss raus: In der ehemaligen Elektrowerkstatt der RAG-Ausbildung liegen abmontierte Heizkörper und Schienen auf einem großen Haufen. Seit knapp einer Woche entrümpeln Mitglieder der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition gemeinsam mit der Stadt die alten Büros und Hallen im Schirrhof, damit die Umbauarbeiten für die Kita und das Zentrum für Bergbautradition rechtzeitig starten können.

Manfred Seeger trägt während der Arbeit noch seinen alten RAG-Helm: „Der ist mindestens 20 Jahre alt, ist noch von Rossenray“, sagt der 54-Jährige. Bis kurz vor der Schließung des Bergwerks West habe er hier noch unter Tage gearbeitet. „Mir hat mein Job immer viel Spaß gemacht“, sagt Seeger. Wie sich das für ihn anfühlt, hier jetzt alles rauszureißen? „Es blutet einem schon ein bisschen das Herz. Aber wir wissen ja, dass was Schönes draus entsteht“, sagt Seeger.

Manches wird noch für den Lehrstollen gebraucht

So denken viele der Kumpel der Fördergemeinschaft, die in diesen Tagen mit anpacken. Auch Herbert Gratzer. „Wir haben jetzt meinen Schreibtisch zerlegt, an dem ich hier im Büro gearbeitet habe. Klar, da kommen einem fast die Tränen. Aber wenn man weiß, dass nichts abgerissen wird und sogar Kinder hier reinkommen, dann geht’s. Und wir haben ja auch was davon.“

Nicht alles fliegt übrigens in den Container. „Manche der Sachen können wir noch für den Lehrstollen gebrauchen“, sagt Seeger. Auch die Feuerwehr hat mitgeholfen: „Am Freitag haben die mit Hydraulikscheren die Heizkörper demontiert“, so Gratzer.

Der Zeitplan bleibt weiterhin eng

Nach diesem ersten Aufschlag der Fördergemeinschaft beginnt die Schadstoffsanierung. Von August bis September werde die RAG MI PCB-haltige Farbanstriche und Böden entsorgen, ab Mitte September übernehme dann die Stadt, so Richard Maier vom Amt für Gebäudewirtschaft. „Wir haben ein Schadstoffgutachten gemacht, wir wissen genau, was hier drin ist“, sagt Maier. Im Zuge der Schadstoffsanierung wird das Gebäude dann entkernt. Ab dem nächsten Jahr gehen die Renovierungs- und Sanierungsarbeiten weiter; der Zeitplan bleibt weiter eng.

„Wir haben unterschiedliche Fertigstellungstermine, die Architekten abreiten am Bauzeitplan“, so Dezernent Christoph Müllmann. Das Pumpenhaus als Infozentrum für das geplante Zentrum für Bergbautradition soll rechtzeitig zur Laga im April fertig werden, in die Kita sollen im August 2020 die ersten Kinder einziehen. „Ist hier dann ja auch wieder ein bisschen wie Ausbildung“, findet Herbert Gratzer und lacht.

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