Coronakrise

Kamp-Lintforter Messdiener helfen beim Einkauf im Supermarkt

Ältere Menschen gehören zur Risikogruppe und sollten den Einkauf im Supermarkt möglichst vermeiden. Die Messdiener von St. Josef springen ein.

Ältere Menschen gehören zur Risikogruppe und sollten den Einkauf im Supermarkt möglichst vermeiden. Die Messdiener von St. Josef springen ein.

Foto: Lars Heidrich / Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Jung hilft Alt: Die Messdiener von St. Josef haben eine Hilfsaktion für Menschen aus der Risikogruppe gestartet. Und haben seitdem gut zu tun.

„Die Verkäuferinnen bei Edeka kennen mich schon. Und sie sind immer super hilfsbereit.“ Luca Rusch ist Messdiener in der Gemeinde St. Josef und einer der Initiatoren der Hilfsaktion für Menschen aus der Risikogruppe. Heißt: einkaufen für ältere Menschen.

Und weil der junge Mann bisher nicht sein halbes Leben in den Supermärkten der Region verbracht hat, sucht er eben manchmal ein bisschen länger nach dem, was die Herrschaften Spezielles in Auftrag gegeben haben. „Vor allem mit Wurst hatte ich bis dahin nicht so viel zu tun. Jetzt kenne ich mich langsam aus.“

Etwa 20 junge Menschen helfen mit

Per Whatsapp ist er mit etwa 20 Gleichgesinnten verbunden, um den Mitbürgern zu helfen. Es gibt gut zu tun. Zaubern kann die Truppe allerdings nicht. „Sowohl bei Hefe als auch bei Klopapier mussten wir schon öfters passen.“ Und einer der St.-Josefs-Einkäufer habe berichtet, dass er ein zweites Paket nur unter Vorlage eines Ausweises der zweiten Person hätte bekommen können. Nun ja, auch für die wohltätigen Einkäufer heißt es wie für alle anderen: Dann versucht man es beim nächsten Mal erneut.

Per Telefon geben die älteren Herrschaften ihre Wünsche durch. Die jungen Leute im Alter zwischen 16 und 25 Jahren treten, auch mit Hilfe der Kirchengemeinde, in Vorkasse. „Mit der Bezahlung hat es bis jetzt nie Probleme geben. Im Gegenteil. Oft ist nicht nur ein nettes Dankeschön, sondern auch noch ein gutes Trinkgeld drin. Das verwenden wir dann für das Ferienlager der Messdiener im Sommer.“

Wenn es irgendwie geht, versuche man alle Wünsche möglichst genau zu berücksichtigen. Zuweilen stoße man da aber an Grenzen, etwa, wenn genau die eine Wurst in dem einen Laden gerade im Angebot ist. „Da fahren wir dann nicht extra hin“, gibt der Student zu. Es gebe aber auch selten Diskussionen darüber, sondern eher großes Verständnis.

Kein Mundschutz, aber Handschuhe

Auch das mit den Zigaretten ist nicht so eine gute Idee. Schließlich gibt es ja auch ehrenamtliche Einkäufer unter 18 Jahren „und ich persönlich habe überhaupt keine Ahnung davon“.

Es werde erstaunlicherweise eher selten bestellt, aber wenn, dann liefern die Helfer Wasserkisten eben mittwochs oder freitags aus. „Dann haben wir den Kirchen-Bulli.“

Und dann ist da noch der ältere Herr aus dem Altenheim, der gerne Unmengen an Süßigkeiten bestelle. „Das ging jetzt noch, aber wenn wir mehr Aufträge haben, werden wir uns eher auf die Grundversorgung konzentrieren“, räumt Luca Rusch ein. Zumal die hygienischen Vorkehrungen in den Altenheimen ja noch komplizierter seien.

Die Stimmung an der Haustüre ist immer gut

Nein, Mundschutz haben auch die jungen Gemeindemitglieder nicht, aber immerhin Handschuhe. Und obwohl das mit den zwei Metern Abstand klar ist: „Wenn wir sehen, dass die Menschen sich nicht bücken können oder zu schwach sind, um den Einkaufskorb selbst zu nehmen, tragen wir das natürlich auch auf den Küchentisch.“

Die Stimmung an der Haustür sei immer gut. Viele der Älteren freuten sich, wenn jemand kommt. „Da kommt man dann nicht so schnell weg von der Haustür.“

Auch die Eltern des jungen Studenten schätzen sein Engagement. Nicht nur wegen der guten Tat an sich, sondern weil sie nach einem Kanada-Urlaub noch in Quarantäne sind und ebenfalls auf seine Hilfe angewiesen. Da können sie ihrem Filius noch ein paar extra-Trainingseinheiten in Sachen „Was steht wo im Supermarkt?“ verpassen. Aber das tut er gern. Und ob er nun zwei oder drei Mal an einem Tag bei den netten Damen im Supermarkt auftaucht, ihrer Hilfe ist er sicher.

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