Musikfestival

Kamp-Lintforter Schüler zeigen Musical auf der Bühne

Foto: Ulla Michels

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Kamp-Lintfort.   Beim Kinder- und Jugendmusikfestival Kloster Kamp feierte das erste Schulprojekt Premiere. Die anstrengende Probenwoche hat sich gelohnt.

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Nicht Mathe, Deutsch und Englisch, sondern Singen, Tanzen und Schauspielern standen in der vergangenen Woche auf dem Stundenplan der siebten Jahrgangsstufe der Kamp-Lintforter Europaschule. Im Rahmen des 12. Kinder- und Jugendmusikfestivals Kloster Kamp studierten die Schüler das Musical „Endlich! Elbphilharmonie“ ein. Das Stück stammt aus dem „Musical@School“-Projekt, einer Kooperation mit der Stahlberg Stiftung aus Hamburg, die das Konzept und die Dozenten zur Verfügung stellt.

Skepsis schlug immer mehr in Spaß und Freude um

Seit 2010 kommt ein Darstellerteam im Rahmen des Festivals an den Niederrhein. „Muskelkater, Schweiß, Mut machen, Grenzen überwinden, das ist der Spirit, den „Musical@School“ ausgemacht hat“, sagte Jeannette von der Leyen, Organisatorin des Festivals. Und: „Es war schön zu sehen, wie die Skepsis der Schüler von Tag zu Tag in mehr Spaß und Freude umschlug.“

Am Freitagabend war es soweit: Auf der Bühne der Stadthalle führten die Jugendlichen das auf, was sie in den letzten Tagen gelernt hatten. Und darum ging es: Beschrieben wurde die Zeit, in der die Hamburger Elbphilharmonie noch eine Großbaustelle war. Eine aufwendige Bühnenkulisse gab es nicht und brauchte es auch nicht. Allein zwei Baustellenabsperrungen und eine Werbetafel mit den Infos zur feierlichen Eröffnung der Elbphilharmonie standen am Bühnenrand. Den restlichen Platz brauchten die Jugendlichen unter anderem für ihre Tanzeinlagen.

Wie kommt man zur Eröffnungsfeier?

Die Schüler wurden zu Beginn der Woche in vier Gruppen eingeteilt: Die Obdachlosen, die seit Jahren vor dem nicht fertigen Musikhaus leben und die Mädchengruppe, die auf Klassenfahrt ist und findet, dass es auf der dortigen Bühne nicht nur Musik fürs alte Publikum, sondern auch für sie geben sollte. Dann gibt es noch eine coole Jungentruppe, die die Baustelle zu ihrem Treffpunkt gemacht hat. Für Ordnung soll dann die Security sorgen, die die Aufgabe hat, alle Gruppen bis zur Eröffnung zu verscheuchen. Doch wenn das mal so einfach wäre: Alle drei Gruppen haben vor, zu bleiben. „Nur für geladene Gäste? Den zeigen wir es. Das ist unser Platz“, sagt einer der coolen Jungs.

Ein Hin und Her beginnt: Die Obdachlosen siedeln sich mit ihrem ganzen Hab und Gut in Einkaufswagen verstaut an. Dann rückt der Eröffnungstag näher und die Mädels schmieden einen Plan, den auch die anderen Gruppen übernehmen ...: Um an der Security vorbeizukommen, geben sie sich als Stars aus. „Ich bin Heidi Klum und ich Angelina Jolie“, sagen sie und sind kurz darauf auch schon an den Sicherheitsmännern vorbei. Die Jungs und die Obdachlosen alias Darth Vader, Barack Obama und Co. kommen so auch in die Elbphilharmonie. Gemeinsam haben sie sich so nicht von ihrem Lieblingsplatz vertreiben lassen.

Sichere Gesangseinlagen, synchrone Performances

Zwischen den einzelnen Szenen folgten immer wieder Tanzeinlagen. Dass dafür nur fünf Tage Zeit waren, sah man nicht. Synchron wurde eine gelungene Performance geboten. Auch die Gesangseinlagen folgten sicher, ohne jegliche Playbacks. Für das knapp einstündige Musical erhielten die rund 70 Schüler viel Applaus und Standing Ovations.

Im Stück waren die Schüler in Hamburg, bald sind sie es auch wirklich: Die Europaschule organisiert für die Jahrgangsstufe eine Fahrt in die Hansestadt.

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