Islamismus

Kamp-Lintforter soll islamistischen Anschlag vorbereitet haben

In der Garage in Neukirchen waren damals Chemikalien zum Bau von Bomben gefunden worden. (Archivbild)

In der Garage in Neukirchen waren damals Chemikalien zum Bau von Bomben gefunden worden. (Archivbild)

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services / Ulla Michels

Neukirchen-Vluyn/Kamp-Lintfort.  Nach dem Chemikalienfund in einer Neukirchener Garage wird jetzt ein 28-Jähriger angeklagt. Er hatte wohl auch Kontakt zur Lohberger Brigade.

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Ein 28-jähriger Türke aus Kamp-Lintfort soll einen islamistischen Terroranschlag in Deutschland vorbereitet haben. Ermittler hatten im Mai 2017 in einer Garage in Neukirchen-Vluyn zahlreiche Zutaten für den Bombenbau entdeckt, die der 28-Jährige dort gelagert haben soll. Nun kommt der Mann vor Gericht. In zweieinhalb Wochen, am 26. Februar, beginnt der Prozess "wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat", teilte eine Sprecherin des Düsseldorfer Landgerichts am Freitag mit.

Die Ermittler gehen von einer islamistischen Radikalisierung des Angeklagten aus. Er habe Kontakt zu islamistischen Terroristen gehabt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Zugehörigkeit zu einer islamistischen Terrorgruppe sei ihm allerdings nicht nachzuweisen gewesen.

Material hätte für mehrere Rohrbomben "mit hoher detonativer Wirkung" gereicht

Der 28-Jährige hat zu den Vorwürfen gegenüber den Ermittlern bislang geschwiegen. "Er bestreitet die Tat und wird im Prozess dazu aussagen", kündigte sein Verteidiger Erol Keskin am Freitag auf Anfrage an. In dem Handy des Angeklagten seien die Telefonnummern von Islamisten der sogenannten "Lohberger Brigade" entdeckt worden, sagte ein Staatsanwalt. Islamisten aus dem Dinslakener Stadtteil Lohberg hatten sich in Syrien islamistischen Terrorgruppen angeschlossen. Einer von ihnen war dadurch bekannt geworden, dass er mit einem abgetrennten menschlichen Kopf in der Hand in Syrien für ein Foto posiert hatte. Seine Telefonnummer sei im Handy des Angeklagten gespeichert gewesen, hieß es.

Die Garage in Neukirchen-Vluyn war im Mai 2017 auf der Suche nach Diebesgut aus Einbrüchen durchsucht worden. Die dabei entdeckten Mengen Chemikalien hätten laut Gutachten zum Bau mehrerer Rohrbomben "mit hoher detonativer Wirkung" gereicht. Auch Utensilien für den Zünderbau, "Sprengmatten" und Stahlkugeln für eine noch verheerendere Sprengwirkung waren sichergestellt worden. (dpa)

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