Friedhöfe

Keine Kaninchenjagd mehr am Hülsdonker Friedhof in Moers?

Neuanpflanzungen werden schnell Opfer der Kaninchen.

Neuanpflanzungen werden schnell Opfer der Kaninchen.

Foto: dpa Picture-Alliance / Roland Weihrauch

Moers.   Enni-Verwaltungsrat beriet über ein Pfandsystem für Handkarren auf den Friedhöfen und die Bejagung der Kaninchen. Friedhofsgärtner ist empört.

Die Enni-Verwaltungsratssitzung (die NRZ berichtete) beschäftigte sich unter anderem auch mit zwei kontroversen Themen: mit der Jagd auf dem Friedhof Hülsdonk und der Frage, ob auf den Friedhöfen den Besuchern Handkarren zur Verfügung gestellt werden sollten. Beidem erteilte Enni-Vorstand Lutz Hormes am Montag eine Absage.

Anwohner des Hauptfriedhofs Hülsdonk hatten sich darüber beschwert, dass dort die Kaninchen bejagt werden. Hormes erklärte, dass dies „zwar seit Jahrzehnten Gang und Gäbe und ein Wunsch zahlreicher Friedhofsnutzer“ sei, man aber über Alternativen nachdenken müsse, wenn sich Anwohner gestört fühlten. Friedhofsgärtner Arne Becker hat dafür allerdings überhaupt kein Verständnis.

Friedhofsgärtner will verstärkte Bejagung

Was die Bejagung der Kaninchen angehe, so sagt Becker: „In Hülsdonk könnte das deutlich mehr sein.“ Er könne seinen Kunden nur vier oder fünf Pflanzenarten anbieten, da alles andere von den Kaninchen abgefressen werde.

Es sei komisch, so der Friedhofsgärtner: Einer beschwere sich, und schon solle etwas verboten werden, worüber 1000 sehr froh seien. Man solle die Friedhöfe zwecks Bejagung lieber stundenweise oder an ganzen Tagen schließen, wie es in anderen Städten auch gemacht werde. Dies hatte zuvor auch Verwaltungsratsmitglied Gabriele Kaenders (Linke) angeregt.

Zu viel Arbeitsaufwand und Kosten

Claus Peter Küster (Grafschafter) trat eine halbstündige Diskussion über Sinn oder Unsinn von Handkarren auf den Friedhöfen los. Küster wollte zunächst 16 Pfandstationen für Handkarren als kostenlose Service- und Hilfeleistung für die Friedhofsbesucher einrichten, beschränkte sich dann aber auf die Forderung nach einer Testphase.

Ingo Brohl (CDU) meinte, die Friedhofsmitarbeiter hätten auch so genug zu tun; Gabriele Kaenders stimmte dem auch aus Kostengründen zu. „Wenn wir aber weiterhin eine gute Balance zwischen Angebot und Gebührenstabilität halten wollen, können wir nicht alle Ideen umsetzen“, erklärte Hormes.

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