Bildung

Kinder an Moerser Marienschule auf Du und Du mit dem Roboter

Die Kinder der St. Marien-Schule haben diese Urkunden der eTwinning-Projekte und Ozobots bekommen.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Die Kinder der St. Marien-Schule haben diese Urkunden der eTwinning-Projekte und Ozobots bekommen. Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Moers.   Barbara Klaaßen ist Mediencoach an der St. Marien-Grundschule. Bei ihr beschäftigen sich die Kinder mit „eTwinning-Projekten“ und „Ozobots“

Wenn Grundschüler nachmittags aus der offenen Ganztagsbetreuung der St. Marien-Grundschule kommen und von „eTwinning-Projekten“ und „Ozobots“, kleinen Robotern mit Akkus, erzählen, dann fragt sich der ein oder andere wahrscheinlich: Was macht mein Kind da überhaupt? Die Antworten hat Barbara Klaaßen, Internet- und Mediencoach an der St. Marien-Grundschule. Sie betreut die Projekte, die die Grundschüler mit internationalen Partnerklassen erarbeiten.

Der Tornado ist sein Favorit

Einer von ihnen ist Julian, der klare Worte für das Projekt rund um die Roboter hat: „Ich fand’s cool.“ Besonders „cool“ findet er die Effekte der Roboter. Sie sind so programmiert, dass sie mit Hilfe von Sensoren auf ihrer Unterseite Linien auf ebenen Flächen entlangfahren können. Fahren sie über bestimmte Farben, leuchten sie nicht nur entsprechend, sondern führen auch bestimmte Befehle aus, zum Beispiel in welche Richtung sie weiterrollen sollen. Julians Favorit: der „Tornado“, bei dem der Roboter sich im Zick-Zack auf der Stelle dreht.

Auf den knapp vierminütigen Film, für den er und seine Mitschüler das Drehbuch geschrieben und den sie selbst gedreht, geschnitten und vertont haben, ist er besonders stolz. In den Hauptrollen: Zwei Arbeitsroboter, die in ihrem spannenden Abenteuer eine einsame Insel umfahren und auf Drachen und Ufos treffen. Nur in die Musikauswahl musste Barbara Klaaßen eingreifen und eine Auswahl vorgeben: Hier hatten die Kinder dann doch andere Vorstellungen als sie.

Preisgekrönte Projekte

Schon seit 2011 kniet sich Klaaßen in ihre eigenen Projekte – im wahren Sinne des Wortes. Da kann es vorkommen, dass sie zwischen den Kindern auf dem Boden sitzt und die Roboter auf ihrem Weg durch das selbstgemalte Labyrinth beobachtet.

Wie erfolgreich ihre Arbeit mit den Kindern ist, beweisen die vielen Preise, die sie regelmäßig gewinnen. Von den Gewinnen fließt auch Geld in neue Projekte, wie eben das der kleinen Ozobot-Roboter.

Diese eTwinning-Projekte stecken ihrer Meinung nach voller Vorteile für die Kinder wie Julian; sie erleben die Schule anders als sonst. Der Kontakt zu Gleichaltrigen aus anderen Ländern wie der Türkei, Portugal oder Frankreich ermögliche den Kindern, aber auch den Lehrern, neue Freundschaften und einen Blick über den Tellerrand ohne weites Reisen. Sie lernen andere Kulturen und Länder kennen und haben über Videokonferenzen oder dem eigenen Chatforum die Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren – auf Deutsch, Englisch, Türkisch oder zur Not auch mal mit Händen und Füßen.

Qualitätssiegel

Aber auch die Lehrer und Barbara Klaaßen bekommen neue Seiten ihrer Schüler zu sehen. Wenn man in der normalen Klassengemeinschaft einen Schüler frage, ob er einem anderen bei einer Matheaufgabe helfen könne, habe meistens niemand große Lust. Wenn aber der neue Freund aus der Türkei Hilfe brauche, sei die Motivation groß.

Die Projekte zeigen den Kindern also nicht nur, wie sie ihre Familien mit den neu gewonnenen Informatikkenntnissen verwirren können, sondern auch, wie sie verschiedene Medien sicher nutzen und dabei in einer länderübergreifenden Gemeinschaft zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt stehe dabei aber besonders eines: ganz viel Spaß.

Die St. Marien-Schule wurde gleich doppelt vom Pädagogischen Austauschdienst (PAD) für ihre beispielhaften Internetprojekte ausgezeichnet: Das Projekt „Ozobot – a little robot explores Europe“, das Klaaßen mit Teilnehmern aus dem offenen Ganztag durchgeführt hat, erhielt ein eTwinning-Qualitätssiegel. Auch für das europäische Schulprojekt „Das kleine Quadrat“ konnten die Teilnehmer diese Auszeichnung entgegennehmen.

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