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Kinder- und Jugendfestival: Nicht artig, sondern mutig sein

Körpereinsatz gefragt: Für ihr Musical „Endlich! Elbphilharmonie“ üben die Siebtklässler der Europaschule die ganze Woche.

Foto: Volker Herold

Körpereinsatz gefragt: Für ihr Musical „Endlich! Elbphilharmonie“ üben die Siebtklässler der Europaschule die ganze Woche. Foto: Volker Herold

Kamp-Lintfort.   Die Proben für das Festival Kloster Kamp sind in vollem Gang. Beim Musical-Projekt in Kamp-Lintfort kamen die Schüler ins Schwitzen.

„Füße zusammen, Hände an die Seite, gerade stehen und den Blick nach vorne“, ruft Marie Schneider den Jugendlichen zu. In Jogginghosen und Turnschuhen stehen sie vor ihr. Die Schüler schauen konzentriert zu der Musical-Darstellerin, einige tuscheln aber auch oder sehen noch etwas unsicher auf ihre Füße hinab.

Es ist der zweite Probetag für die 75 Siebtklässler der Kamp-Lintforter Europaschule. Am Freitag führen sie im Rahmen des Kinder- und Jugendmusikfestivals Kloster Kamp das Musical „Endlich! Elbphilharmonie“ auf, in dem sich alles um die Eröffnung des neuen Hamburger Bauwerks dreht.

Aufführung ist am Freitag in der Stadthalle

Professionelle Schauspieler und Sänger studieren das Stück mit den Sekundarschülern innerhalb von einer Woche ein. „Es geht um eine Gruppe von Mädchen und Jungen, die vor dem Gebäude ihre Kunststücke zeigt“, erklärt Festival-Organisatorin Jeanette von der Leyen. „Und um das Security-Team, das versucht die jungen Leute und die Obdachlosen im Eingangsbereich zu vertreiben, weil die Prominenz zur Eröffnung anrückt.“

Bis zur Aufführung am Freitag in der Stadthalle gibt es für Trainer und Schüler noch viel zu tun. Einige kommen bei den schnellen Abfolgen richtig ins Schwitzen, Schritte und Drehungen werden mit und ohne Musik geübt. Oft geht es neben der Choreographie darum, Skepsis und Angst vor der neuen Aufgabe zu überwinden. „Wir wollen mit der Erwartungshaltung der Schüler brechen“, erklärt Schauspielerin Daniela Dinnes.

An Ungewohntes herantrauen

Gerade die Jungen würden häufig denken, Tanzen sei „langweiliger Mädchenkram“, der keinen Spaß mache, so Dinnes. „Die Schüler sollen sich an etwas Ungewohntes trauen, nicht artig, sondern mutig sein“, meint die Trainerin. Das Schönste, so Dinnes, sei es zu sehen, wie im Laufe der Woche der eine oder andere sein Schneckenhaus verlasse und die Choreographie mit einem Lächeln absolviere.

Was die anderen Gruppen machen, erfahren die Siebtklässler erst am Freitag. „Das ist ein spannender Moment, die Schüler sind neugierig, was ihre Freunde einstudiert haben, bevor alle gemeinsam auf der Bühne stehen“, erzählt von der Leyen, die das Festival bereits zum zwölften Mal organisiert.

>>> MUSICAL WIRD IN DER STADTHALLE AUFGEFÜHRT

„Endlich! Elbphilharmonie“ wird am Freitag, 9. März, 17 Uhr, in der Stadthalle in Kamp-Lintfortaufgeführt. Der Eintritt ist frei. Musical@School ist ein Kooperationsprojekt mit der Hamburger Stahlberg Stiftung, die das Konzept, die Organisation und die Dozenten zur Verfügung stellt.

Das Festival kommt ohne Landeszuschuss aus. Es wird zu 60 Prozent vom Verein Grancino finanziert, der für die Festivals des Klosters Kamp gegründet wurde. 10 Prozent erwirtschaftet das Kammermusikfest. Förderer sind u.a. die Stadtwerke, die Volksbank, die Bürgerstiftung Neukirchen-Vluyn, die Lions sowie die Apotheken Ventalis und Kranich.

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