Kinderarmut

Klare Sache: Das Team vom Rheinpreußenstadion in Moers

„Wir sind ein Team“, schallt es durch das Rheinpreußenstadion.

Foto: Ulla Michels

„Wir sind ein Team“, schallt es durch das Rheinpreußenstadion. Foto: Ulla Michels

Moers.   Der Verein Klartext für Kinder, das städtische Jugendamt und das St. Josef-Krankenhaus sorgen für eine tolle Fußballwoche mit einem MSV-Idol.

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„Wir sind ein Team“, schallt es durch das Rheinpreußenstadion. Die Mädchen und Jungs legen sich die Arme auf die Schultern und schreien diesen Satz heraus. Das Team trainiert in dieser Woche Fußball mit dem MSV-Idol Stefan Emmerling. Kann man die Sommerferien sinnvoller verbringen?

Seit zehn Jahren gibt es den Verein Klartext für Kinder. Begonnen hatte der Kampf gegen Kinderarmut am Niederrhein mit der Wunschzettel-Aktion von NRZ und Moerser Jugendamt zu Weihnachten 2007. Seitdem arbeiten beide Seiten regelmäßig zusammen. „Da ist etwas gewachsen in den vergangenen Jahren. Viele Kinder und Jugendliche profitieren davon“, hebt Ute Meister vom Moerser Jugendamt hervor. Ihre Kollegin Michaela Bothen lobt den Einsatz der Mitarbeiter für die Fußballschule, vieles werde über die eigentliche Arbeit hinaus geleistet. In der Fußballschule kommt das Mittagessen aus der Küche des St. Josef-Krankenhauses.

Zwischen sechs und 18 Jahre alt sind die 24 Nachwuchs-Kicker, und weil das schon eine ziemlich große Spanne ist, hat Stefan Emmerling Verstärkung mitgebracht. Seine Tochter Gil, angehende Grundschullehrerin, kümmert sich ebenfalls um das Team, das in dieser Woche nur ein Ziel kennt: Fußball spielen.

„Das klappt gut, die Großen nehmen Rücksicht auf die Kleinen und sind stolz auf das, was sie hier lernen können, sagt Stefan Emmerling.“ Die 20 Jungen und vier Mädchen sind nicht nur unterschiedlichen Alters, sie haben auch unterschiedliche Vorkenntnisse. „Ich spiele schon im Verein, aber hier habe ich neue Übungen gelernt. Die sind manchmal ganz schön kompliziert, aber Stefan bringt uns das gut bei“, sagt ein Junge. Ein Mädchen, das nicht im Verein spielt, sagt: „Ich habe hier viel gelernt, vielleicht ist Fußball im Verein ja auch etwas für mich.“

Ein internationales Team

Dass Fußball eine Sprache ist, die viele Menschen in der Welt verstehen, kann man auch bei diesem Team merken: Erneut nehmen minderjährige unbegleitete Flüchtlinge teil. Die Trainingsbälle können die Teilnehmer mit nach Hause nehmen.

„Das Angebot hat sich über die Jahre immer weiter entwickelt. Wir haben vor ein paar Jahren mit kleineren Gruppen angefangen, jetzt hatten wir 40 Anmeldungen. Für viele Kinder ist es der Höhepunkt der Sommerferien“, sagt Gudrun Tersteegen vom Verein Klartext für Kinder. Mit dem Umfang steigen auch die Kosten. Da passt es gut, dass Vereinsmitglied Frank Lehmann nach einem runden Geburtstag 3000 Euro spenden konnte.

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