Ratsbeschluss

Kosten für Kamp-Lintforter Friedhöfe weiterhin zu hoch

Der Waldfriedhof Dachsberg in Kamp-Lintfort.

Der Waldfriedhof Dachsberg in Kamp-Lintfort.

Foto: Markus Weißenfels

Kamp-Lintfort.   Rat beschließt, dass das Minus aus 2017 in den kommenden zwei Jahren ausgeglichen werden soll. Doch es gibt Kritik am Vorgehen der Stadt.

Den Waldfriedhof zu besuchen sei gerade für ältere Menschen schwierig, erklärte ein Einwohner in der Ratssitzung am Dienstag. Ein Problem, das der Stadt bekannt ist. So sagte Kämmerer Martin Notthoff: „Die Hauptwege werden zurzeit so bearbeitet, dass man sie in Zukunft problemlos mit dem Rollator begehen kann.“ Darüber hinaus könnten sich Besucher bei Bedarf Rollstühle leihen und in Einzelfällen mit dem Auto vorfahren. Dass solche Maßnahmen nicht billig sind, zeigte auch die Betriebsabrechnung für die Kamp-Lintforter Friedhöfe für das Jahr 2017.

Den Gesamtkosten in Höhe von 1 135 352 Euro stehen Gesamterlöse in Höhe von 818 282 Euro gegenüber, so dass sich ein Minus von 317 070 Euro ergibt. Gegenüber der Gebührenbedarfsrechnung gibt es damit deutlich höhere Kosten und niedrigere Einnahmen. Die Mehrkosten ergeben sich aus den Personalkosten sowie aus der Unterhaltung der Friedhofsanlagen – vor allem hinsichtlich der Wegeunterhaltung. Zusätzlich sinken die Zahlen der Bestattungen kontinuierlich, vor allem die Anzahl der Erdbestattungen ist rückläufig. Urnenbestattungen werden dagegen immer beliebter.

„Wir mahnen hier dringenden Handlungsbedarf an“

Die aus diesen Faktoren resultierende Unterdeckung soll in den Jahren 2019 und 2020 ausgeglichen werden. Einsparungen erhofft man sich bei der Stadt durch die Wiedereingliederung des Servicebetriebs für Abfall, Straße und Kanal (ASK) in den städtischen Haushalt seit Beginn dieses Jahres.

Dem Vorschlag der Verwaltung zum Ausgleich der Unterdeckung in den kommenden zwei Jahren stimmte der Rat einstimmig zu, Kritik gab es jedoch vor allem von der CDU. Fraktionsvize Matthias Gütges betonte: „Wir schieben hier ein riesengroßes Problem vor uns her.“ Denn bereits seit vier Jahren entsteht immer wieder eine Unterdeckung, die in den Folgejahren ausgeglichen werden muss. „Wir mahnen hier dringenden Handlungsbedarf an“, so Gütges.

Höhere Gebühren bringen eine Abwärtsspirale mit sich

Eine alleinige Erhöhung des städtischen Anteils bewirke jedoch keine Schließung des Lochs, erläuterte Notthoff. Weiter fuhr er fort: „Und eine Gebührenerhöhung würde lediglich eine Abwärtsspirale mit sich bringen.“ Dass noch weniger Menschen sich beispielsweise auf dem Dachsberg bestatten ließen, könne nicht die Lösung für das Problem sein.

Notthoff will erst einmal das Jahr 2018 und die ersten Ergebnisse nach der Wiedereingliederung des Servicebetriebs abwarten. Nach Erstellung der Betriebsabrechnung 2018 soll dann über weitere Konsequenzen nachgedacht werden.

>>INFO Der Servicebetrieb für Abfall, Straße, Kanal, Grünflächen, Sport- und Spielplätze (ASK) ist seit dem 1. Januar 2007 für die Friedhöfe zuständig.

Bis einschließlich des Jahres 2017 wurden die Arbeitsleistungen durch den ASK nach Stundensätzen in Rechnung gestellt.

Seit dem 1. Januar 2018 ist der ASK wieder in den städtischen Haushalt integriert. Damit werden die Arbeitsleistungen auf Basis der tatsächlich entstandenen Personalkosten berücksichtigt.

Die Stadtverwaltung hofft durch die Neuerung, Kosten einzusparen.

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