Krankenhaus

Krankenhaus Bethanien in Moers steigert seine Bettenzahl

Freuen sich über die Grundsteinlegung für das neue Bettenhaus: (von links) Dr. Christoph Chylarecki, stellvertretender ärztlicher Direktor des Krankenhauses, Angelika Linkner, Pflegedirektorin, Reiner Kreuzburg, Architekt (Büro Carré, Duisburg), Dr. Thomas Voshaar, Ärztlicher Direktor, Dr. Ralf Engels, Stiftungsvorstand, Otfried Kinzel, Vorsitzender des Stiftungsrats Bethanien, Christoph Fleischhauer, Bürgermeister Moers, Anke Prumbaum, Krankenhaus-Seelsorgerin, und Marcus Eidmann, Baukoordinator Bethanien.

Freuen sich über die Grundsteinlegung für das neue Bettenhaus: (von links) Dr. Christoph Chylarecki, stellvertretender ärztlicher Direktor des Krankenhauses, Angelika Linkner, Pflegedirektorin, Reiner Kreuzburg, Architekt (Büro Carré, Duisburg), Dr. Thomas Voshaar, Ärztlicher Direktor, Dr. Ralf Engels, Stiftungsvorstand, Otfried Kinzel, Vorsitzender des Stiftungsrats Bethanien, Christoph Fleischhauer, Bürgermeister Moers, Anke Prumbaum, Krankenhaus-Seelsorgerin, und Marcus Eidmann, Baukoordinator Bethanien.

Foto: KBM / Weierstahl

Moers.  Für 28 Millionen Euro entsteht auf dem Gelände des Krankenhauses Bethanien in Moers ein neues Bettenhaus mit 71 Patientenzimmern.

In seinem Bestreben, sich für die Zukunft zu wappnen, nimmt das Krankenhaus Bethanien viel Geld in die Hand. Rund 70 Millionen Euro möchte die Krankenhaus-Stiftung bis zum Jahr 2030 investieren, gestaffelt in fünf Bauabschnitten mit insgesamt 23 Einzelmaßnahmen. Und nachdem im ersten Bauabschnitt bereits die Caféteria umgebaut, die Beobachtungsstation ausgebaut und der Hubschrauberlandeplatz verlegt wurde, legten Krankenhaus- und Stiftungsleitung am Donnerstag den Grundstein für den zweiten Bauabschnitt: ein neues, zweistöckiges Bettenhaus mit 71 Patientenzimmern und 100 Betten.

Die Kosten für das rund 6500 Quadratmeter große Haus, das Ende 2021 fertig sein und ab Anfang 2022 privat- und zusatzversicherten Patienten Platz bieten soll, belaufen sich auf rund 28 Millionen Euro. Damit stelle das Bettenhaus „die höchste Einzelinvestition in 160 Jahren Stiftungsgeschichte“ dar, sagte der Vorsitzende des Stiftungsrats Bethanien, Otfried Kinzel, am Donnerstag.

Dass die Summe zwar gewaltig, aber notwendig sei, unterstrich auch der ärztliche Direktor des Krankenhauses, Dr. Thomas Voshaar, der die Auslastung auf derzeit „über 100 Prozent“ und im Jahresmittel auf 80 bis 90 Prozent taxiert. Wenn es notwendig sei, nehme man so lange Patienten auf, „bis sämtliche Matratzen belegt sind“, sagt der ärztliche Direktor, auch wenn man dafür aus einem Drei-Bett- manchmal ein Vier-Bett-Zimmer machen müsse. Doch auch das wird laut Krankenhaus-Leitung bald kaum noch reichen. Die Patientenzahlen steigen laut Stiftungsvorstand Dr. Ralf Engels nämlich seit Jahren stetig. Derzeit habe man mehr als 25.000 Patienten pro Jahr. Tendenz weiter steigend. Und so langsam gingen dem Krankenhaus die Betten aus, so Engels weiter.

In Anbetracht der beständigen Patientenzuwächse hat sich die Krankenhausstiftung einen Masterplan für

die kommenden zehn Jahre auferlegt, der auch den Ausbau der Pflegeausbildung beinhalten soll. Statt derzeit 200 sollen im Krankenhaus Bethanien bald 300 Pflegelehrstellen angeboten werden. Und auch in dem neuen Bettenhaus werden schon jetzt die Voraussetzungen für einen weiteren möglichen Krankenhausausbau geschaffen. Die Versorgungsleitungen des Bettenhauses würden so angelegt, dass man bei Bedarf auch „weitere Anbauten anflanschen kann“, sagte Bethaniens Bauleiter Marcus Erdmann.

Die massive Erweiterung stimmt die Krankenhausspitze für die Zukunft zuversichtlich. Und auch den politischen Druck, den NRW-Gesundheitsminister Laumann auf die Kliniken ausübt, um Doppelstrukturen vor Ort abzubauen und auf mehr Spezialisierung zu setzen, sieht man in Bethanien nicht als Problem an.

Natürlich komme nun „mehr Bewegung in die Sache“ und sei von den Kliniken mehr Kooperationsbereitschaft gefordert, sagt Thomas Voshaar. Aber zum einen funktioniere die Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus St. Josef – das im vergangenen Jahr ebenfalls einen Erweiterungsplan vorlegte – bereits jetzt sehr gut. Zum Beispiel überweise man bereits Patienten regelmäßig in die Urologie und die Neurologie, die man selbst nicht vorhalte und „die im St. Josef hervorragend sind“, so Voshaar. Und auch, wenn man in rund 65 Prozent noch Überschneidungen habe, sei er sicher, dass es in Moers auch weiterhin Bedarf für beide Krankenhäuser gebe.

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