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Kreisverwaltung entfernt Aktbilder von Moerser Malerin

Das Kreishaus in Wesel.

Foto: Markus Weissenfels

Das Kreishaus in Wesel. Foto: Markus Weissenfels

Moers/Kreis Wesel.   Verwaltung: Besucher früherer Ausstellungen hätten sich an Aktbildern gestört. Deshalb habe man entschieden, darauf zu verzichten.

Die Kreisverwaltung Wesel hat zwei Bilder aus der Ausstellung der Moerser Palette wieder abgehängt.

Beide Bilder stammen von der Moerser Malerin Marianne Pütz und zeigen weibliche Akte – also ein uraltes Thema in der Kunst. Die berühmtesten Maler und Bildhauer haben sich damit beschäftigt. Eines ihrer beanstandeten Bilder, „Die drei Grazien“, sei denn auch von Vorbild Rubens inspiriert, sagt Marianne Pütz am Freitag der NRZ. Sie sei „erstaunt und baff“, dass an solchen Darstellungen fast 500 Jahre nach dem Wirken des berühmten Barockmalers Anstoß genommen werde.

Marianne Pütz erklärt, sie sei „anfangs enttäuscht und wütend“ gewesen. Den Begriff „Zensur“ nimmt aber weder sie noch der Vorsitzende der Moerser Palette, Helmut Klein, in den Mund. Gleichwohl räumt Klein ein, dass es keine künstlerische Kritik an den Bildern gebe: „Sonst hätten wir sie nicht aufgehängt.“ Allerdings: Wann etwas als anstößig empfunden werde, sei nun mal individuell unterschiedlich, so Helmut Klein weiter. Als Kunstverein befinde man sich mit dieser Ausstellung im öffentlichen Raum – eben dem Kreishaus – und die Kreisverwaltung könne dort ihr Hausrecht ausüben. Im Übrigen, so Klein, wolle er „das ganze Thema eigentlich nicht breittreten“.

Besucher fühlen sich durch andere Bilder gestört

Die Kreisverwaltung bestätigt, dass die beiden Bilder wieder abgehängt worden sind. Das Kreishaus sei ein öffentlicher Raum, den Menschen mit vielen Anliegen betreten, aber keine Galerie, in die die Besucher in erster Linie kommen, um Bilder zu betrachten, erklärt eine Sprecherin auf Anfrage. Bei früheren Ausstellungen hätten sich Besucher des Kreishauses an Aktbildern gestört. Deshalb habe die Verwaltung „vor längerer Zeit“ entschieden, auf Aktbilder zu verzichten. Die Moerser Palette habe diese Entscheidung gekannt, die Kulturbeauftragte habe mit Marianne Pütz gesprochen.

Die Palette hat die Entscheidung der Kreisverwaltung akzeptiert. Ihre Ausstellung „Sechzig mal Achtzig“ ist Donnerstag von Landrat Ansgar Müller eröffnet worden und ist noch bis 11. Mai zu sehen. Die Schau umfasst Malerei, Encaustic, Fotokunst, digitale Kompositionen sowie Objekte – und keine Aktbilder mehr.

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