Polizei

Kriminalität: Einbruchszahlen haben sich in Moers halbiert

Am Niederrhein.   Landrat Dr. Ansgar Müller zieht für 2017 in Sachen Kriminalitätsentwicklung eine „rundum erfreuliche Bilanz“. Er lobt auch die Arbeit der Justiz.

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Wer hätte das vor zwei Jahren gedacht: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist ganz besonders in Moers rapide gesunken, ja sie hat sich 2017 im Vergleich zu 2016 glatt halbiert. Diese und andere erfreuliche Zahlen präsentierten am Dienstag Landrat Dr. Ansgar Müller, Polizeichef Rüdiger Kunst und Kripochef Roland Wolff bei einer Pressekonferenz in Wesel.

28 916 Straftaten zählte die Polizei im Kreis Wesel im vergangenen Jahr, das sind etwa zehn Prozent weniger als 2016 und, wie Landrat Müller betonte, „die niedrigste Zahl seit 25 Jahren.“ Und dieses Ergebnis wurde trotz der angespannten Personalsituation der Kreispolizeibehörde erreicht; Polizeichef Rüdiger Kunst nannte es das „Tal der Tränen“.

800 Mitarbeiter sorgen im Kreis Wesel für Sicherheit

Auch die elf Regierungsbeschäftigten, welche die Polizei Wesel vom Land als Verstärkung erhielt, machen die Stellenverluste in der Vergangenheit nicht wett. Derzeit hat die Kreispolizei Wesel rund 800 Mitarbeiter.

Doch bei aller Personalknappheit will die Polizei in der Bekämpfung der Einbruchskriminalität nicht nachlassen. Wozu auch die Prävention gehört: Nicht zuletzt wegen des technischen Einbruchsschutzes blieben rund 40 Prozent der Einbrüche im Versuchsstadium stecken.

Gewaltkriminalität ist rückläufig – mit einer Ausnahme

Ebenfalls zu verzeichnen ist ein Rückgang der Gewaltkriminalität in Moers von 277 auf 250 Fälle und in Neukirchen-Vluyn von 50 auf 48 Fälle; nur in Kamp-Lintfort stieg die Anzahl der Gewaltdelikte um einen Fall auf 76 an.

Gerade in diesem Zusammenhang ist es erwähnenswert, dass die Polizei Wesel es schafft, trotz eines Kreisgebietes von über 1000 Quadratkilometern im Notfall schnell vor Ort zu sein. Im landesweiten Vergleich liegt Wesel auf Platz vier, oder anders ausgedrückt: Lautet der Einsatz „Täter vor Ort“, ist ein Streifenwagen in weniger als sechs Minuten vor Ort – ob nun in der Moerser Innenstadt oder in Niep.

Landrat lobt die Arbeit der Richter und Staatsanwälte

Der Landrat lobte zudem die Arbeit der Richter und Staatsanwälte: „Die Justiz ist deutlich konsequenter geworden“, so Müller; Haftbefehle seien schneller zu bekommen als in früheren Zeiten. Und auch was die Ahndung von Gewalt oder Beleidigungen gegenüber Polizeibeamten angeht, so erklärt Ansgar Müller: „Das wird nicht banalisiert.“

Für die Beleidigung eines Polizeibeamten sei im letzten Jahr eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen ausgesprochen worden, das bedeutet bei einem Einkommen von 1800 Euro eine Geldstrafe von rund 3000 Euro. Außerdem greift der Landrat in allen Fällen zum Instrument „Strafantrag des Behördenleiters“ – dann ist es schwieriger, das Verfahren einzustellen.

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