Krivec kauft Knuffmann

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INNENSTADT. Der Moerser Apotheker Günter Krivec investiert am Neumarkt Millionen. Aus dem Möbel- wird ein Ärztehaus.

MOERS. Es wird nicht mehr lange dauern, und der Neumarkt erhält ein ganz neues Gesicht. Hatte Andreas Braun vor wenigen Wochen angekündigt, sein Modehaus erweitern zu wollen, so zieht der Apotheker Günter Krivec nun mit dem Kauf des Knuffmann-Gebäudes nach. Aus dem Möbelgeschäft soll ein Ärztehaus werden, komplett mit Cafe? und - in einem neuen Staffelgeschoss untergebracht - Institut für ärztliche Leistungen, wie beispielsweise leichte ambulante Operationen. Die NRZ-Redaktion sprach mit Günter Krivec über seine Pläne.

Die Idee ist schon ein paar Jahre alt

"Ich hatte seit Anfang 2000 die Idee, aus dem Gebäude ein Ärztehaus zu machen", so Krivec. Er glaubt, dass sich die Ärzte-Landschaft in Moers bald auf vier Standorte konzentrieren wird: um Horten herum, am St. Josef-Krankenhaus, in der Altstadt im Knuffmann-Gebäude und möglicherweise noch am Krankenhaus Bethanien. "Dienstleistung" sei das Schlagwort der Zukunft, auch im medizinischen Bereich.

Welche Fachrichtungen werden im Ärztehaus am Neumarkt zu finden sein? Günter Krivec zählt auf: drei bis vier Allgemeinmediziner, zwei bis drei Internisten, ein bis zwei Gynäkologen, ein Kinderarzt, zwei naturheilkundliche Ärzte, dazu Neurologen, Orthopäden und Allgemeinchirurgen. Alles in allem etwa 15 Praxen.

Das Knuffmann-Gebäude hat etwa 6000 Quadratmeter. Die rund 3000 Quadratmeter auf der Neumarkt-Seite will der Apotheker entkernen. Im Untergeschoss soll ein Drogeriemarkt einziehen, hinzu käme ein Sanitätshaus. Ein Cafe? in der ersten Etage soll einen Blick auf den Neumarkt haben und den Patienten das Warten versüßen: "Das vergleichbare Cafe? im Ärtztehaus am St. Josef wird außerordentlich stark frequentiert."

Was die Belegung seines Ärztehauses angeht, so will Apotheker Krivec zuerst mit in Moers niedergelassenen Ärzten sprechen. Er glaubt an den Erfolg, denn: "An Kosteneinsparung denken alle." Und die soll sich mit seinem Modell eines medizinischen Nahversorgungszentrums realisieren lassen. Eine zentrale Information soll den Servicecharakter unterstreichen.

Das Ärztehaus soll sich mit großzügigen Glasflächen nach außen hin offen präsentieren und wird dem Neumarkt - zusammen mit dem Umbau bei Braun - ein neues Gesicht geben. Die hässliche Waschbetonfassade ist bald passe?. Die Gesamtinvestition, also Erwerb und Umbau der Knuffmann-Immobilie, dürfte die zweistellige Millionen-Grenze erreichen.

Eine Apotheke wird im Ärztehaus übrigens nicht zu finden sein. Schließlich will sich Günter Krivec, dem die Apotheken am Neumarkt und die Adler-Apotheke an der Kirchstraße gehören, nicht selber Konkurrenz machen.Günter Krivec denkt stets in größeren Dimensionen. Mit dem am St. Josef-Krankenhaus angesiedelten Großlabor für Krebsmedikamente "Medicari" machte er den Schritt vom Apotheker zum Medikamentenhersteller. Eine Kosteneinsparung von rund zehn Prozent mache, so Krivec, die "Medicari" als Vertragspartner für die Krankenkassen interessant. Der Erfolg scheint ihm recht zu geben: Die Zahl der Mitarbeiter stieg von vier auf derzeit 15, weitere Einstellungen sind ebenso möglich wie ein Neu-oder Anbau am St. Josef. (hr)

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