Fachkräfte

Lineg-Azubis bauen ein Grundstück für die Laga Kamp-Lintfort

Die Azubis der Lineg ziehen an einem Strang, wenn es um die Umsetzung des Gartenschau-Grundstücks geht, das Katja Gooßens, die ihre Ausbildung mittlerweile beendet hat, noch als Auszubildende entworfen hat.

Die Azubis der Lineg ziehen an einem Strang, wenn es um die Umsetzung des Gartenschau-Grundstücks geht, das Katja Gooßens, die ihre Ausbildung mittlerweile beendet hat, noch als Auszubildende entworfen hat.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Azubis erläutern der Ministerin Heinen-Esser das Gartenschau-Projekt. Anlass des Besuchs: Werben für Berufe in der Wasserwirtschaft

Nein, die Fachkraft für Wasserwirtschaft hatte sie zunächst nicht auf dem Ticker, als sie nach dem Abitur auf Stellensuche ging. Bauzeichnerin hatte Katja Gooßens im Kopf. Sich dann aber auf Empfehlung einer Bekannten für die Lineg (Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft) als Arbeitgeber entschieden. „Als Fachkraft für Wasserwirtschaft sind meine Aufgaben breitgefächert: Vermessung, Bauzeichnen, Bauabteilung, Ausschreibungen“, erläutert die junge Frau, die im Juni ihre Ausbildung abgeschlossen hat.

Und zwar mit einer Arbeit, bei der ihr der Arbeitgeber eine Menge Verantwortung übertragen hat. Sie ist sozusagen Bauleiterin des 600 Quadratmeter großen Ausstellungsgrundstücks, auf dem sich neben der Lineg auch die Stadtwerke und das Abfallentsorgungszentrum Asdonkshof auf der Landesgartenschau präsentieren wollen. Dieses Projekt, dass die junge Fachkraft ausschließlich gemeinsam mit anderen Azubis des Unternehmen stemmen wird, präsentierte sie am Montag der Landesumweltministerin Ursula Heinen-Esser. Anlass des Besuchs der Ministerin ist eine „Initiative zur Fachkräftesicherung und -qualifizierung für die Wasserwirtschaft“. „Wir sind da vorsorgend unterwegs“, erklärte sie. aber das Beispiel von Katja Gooßens zeige ja, das die Wasserwirtschaft nicht immer im Zentrum der Überlegungen stünde bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. „Wir wollen für diese Berufe werben, denn sauberes Trinkwasser und renaturierte Flüsse sind wichtig.“

Mit Weiden und Sumpfdotterpflanzen gesäumter Bachlauf bei der Landesgartenschau

Das mit der Renaturierung können dann die Besucher auf der Landesgartenschau anhand eines Bachlaufs betrachten, der mit kleinen Weiden und Sumpfdotterpflanzen gesäumt sein wird, wie Katja Gooßens erläuterte. „Der Bach wird mäandern und auch unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten aufweisen. Totholz gehört ebenso dazu wie ein breiter Entwicklungskorridor für Hochwasser“, weiß die Fachkraft. Der Asdonkshof steuere Kompostkästen bei, die Stadtwerke stellen Solarpanels zur Verfügung. „Damit können die Besucher dann ihre Handys aufladen“, wirbt Gooßens.

Mit dem Grundstück sind Lineg, Stadtwerke und Asdonkshof gleichzeitig Teil des grünen Klassenzimmers bei der Gartenschau. „Erste Kurse sind schon gebucht“, freut sich Lineg-Sprecherin Elke Wimmer. Auch die Schulen wollen die Unternehmen ins Klassenzimmer einladen. Die Lineg tue viel, um junge Menschen für die Wasserwirtschaft zu interessieren. „Aber das geht natürlich nur, wenn die Mitarbeiter das mit stemmen, die 50 bis 60 Praktikanten im Jahr, der Besuch in Schulen.“ Selbst die Jüngsten seien mit einer Umweltpädagogin im Lineg-Auftrag unterwegs, um Wasser zu untersuchen und zu lernen, was hinein darf und was nicht.

Wie vielseitig die Ausbildung bei der Lineg ist, stellten die Azubis im ersten Lehrjahr der Ministerin gleich unter Beweis: Sie hatten ihr ein Vogelhaus gezimmert.

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