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Mit Habicht Gaga auf Kaninchenjagd im Moerser Schlosspark

Falkner Uwe Heinrichs jagt mit Habicht Gaga im Park Kaninchen

Foto: Arnulf Stoffel

Falkner Uwe Heinrichs jagt mit Habicht Gaga im Park Kaninchen Foto: Arnulf Stoffel

Moers.   Im Schlosspark gibt es zu viele Kaninchen. Sie lassen Pflanzen keine Chance und unterhöhlen Wege. Jetzt jagt sie ihr natürlicher Feind.

Im Schlosspark fühlen sie sich besonders wohl: Kaninchen. Weil sie im Gebiet rund um den Moersbach so gut wie keine natürlichen Feinde haben, vermehren sich die Tiere rasant. Die Folgen: Pflanzen, die die Stadt versucht anzusiedeln, wachsen nicht, da sich Kaninchen über sie hermachen. Und: Durch ihre Bauten sind manche Wege unterhöhlt. Um die Überpopulation in den Griff zu bekommen, wurde am Samstag ein Versuch gestartet, die Kaninchen zu jagen. Allerdings nicht mit Schusswaffen, sondern durch ihren natürlichen Feind: den Habicht.

Uwe Heinrichs aus Neukirchen-Vluyn ist Falkner und züchtet Habichte – als einziger am Niederrhein. Gemeinsam mit den Jagdrevierpächtern Christoph Rudolf und Harry Seelhoff sowie mit Markus Rams, der ebenfalls Falkner ist, und Jürgen Sommerfeld von der Stadt machte sich Heinrichs auf zur Kaninchenjagd. „Der Habicht ist hier flugtechnisch besser als ein Falke. Er kann durch das dichte Gestrüpp fliegen. Ein Falke braucht weitläufige Ackerflächen“, erklärte Uwe Heinrichs.

„Es ist eine gute Aktion, hier mit dem natürlichen Feind zu arbeiten. Die Zahl der Kaninchen zu verringern, liegt auch im Interesse der Stadt, eben weil so viele Schäden entstehen“, sagte Jürgen Sommerfeld, Leiter der städtischen Fachgruppe für Grünflächen. Prinzipiell wäre auch die Jagd mit Schusswaffen erlaubt. „Das wäre hier bei dem Publikumsverkehr aber nicht angebracht“, erklärte Sommerfeld.

Nicht nur der Habicht, der auf den Namen Gaga hört, kam bei der Jagd zum Einsatz. Vorab nahm Heinrichs Vorstehhund Hannah, eine Bretonin, die Fährte nach Kaninchen auf und signalisierte dem Falkner, wo eines sein könnte.

Frettchen im Einsatz

Wenn die Tiere, so wie bei der jetzigen Jagd aus dem Bau gelockt werden müssen, kommt Heinrichs Frettchen zum Zuge und wird in den Bau gesetzt. „Die Kaninchen ergreifen die Flucht und verlassen den Bau“, erläuterte Heinrichs. Und dann ging es blitzschnell: Das Kaninchen kam an die Oberfläche, der Habicht stürzte sich im Sturzflug auf das Tier und tötete es. „Der Habicht ist ein Grifftöter. Das heißt, er erlegt seine Beute nur mit der Kraft der Krallen.“

Mit Anfeindungen zur Jagd aus der Bevölkerung rechnen weder Heinrichs noch Sommerfeld. Im Gegenteil: „Die Jagd mit dem Habicht weckt eher Neugierde und Interesse“, so der Falkner, der 22 Habichte besitzt. So war es dann auch am Samstag. Einige neugierige Passanten blieben stehen und schauten sich an, wie der Habicht auf seinen Einsatz wartete. Vier bis fünf Kaninchen kann der Vogel am Tag erlegen. Das hat er auch im Moerser Park geschafft. Uwe Heinrichs: „Ich hätte nicht gedacht, dass wir in so kurzer Zeit so viele Tiere finden. Eine gute Bilanz.“

Die Aktion Stoppt die Überpopulation nicht, wenn sie einmalig bliebe. Künftig soll Uwe Heinrichs deshalb einen Begehungsschein für den Park bekommen, um dann selbstständig und ohne Begleitung der Revierjäger auf Kaninchenjagd gehen können.

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