Soziales

Mit Rudolf Weth begann der Aufstieg

Dr. Rudolf Weth wurde jetzt 75 Jahre alt.

Dr. Rudolf Weth wurde jetzt 75 Jahre alt.

Foto: NRZ

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Neukirchen-Vluyn.  Pastor Dr. Rudolf Weth, von 1973 bis 2003 Direktor des Neukirchener Erziehungsvereins, wurde jetzt 75 Jahre alt.

Mit dem gebürtigen Wuppertaler, der von 1988 bis 2010 auch ehrenamtlicher Präses der Duisburger Kindernothilfe war, begann in den 70er Jahren der Aufstieg des Neukirchener Erziehungsvereins von einem kleinen Träger der Heimerziehung zu einer der größten diakonischen Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen.

Als der heutige Jubilar zum Direktor berufen wurde, hatte der Erziehungsverein 150 Mitarbeitende. Bei seinem Ausscheiden vor neun Jahren waren es 1300. Dabei war Weths Weg in die Diakonie nicht unbedingt vorgezeichnet.

Der Sohn des stellvertretenden Direktors der Rheinischen Mission, Dr. Gustav Weth, studierte Theologie in Wuppertal, Heidelberg, Basel und zuletzt in Bonn, wo er auch promovierte. Es folgte eine Zeit als Vikar und Pastor in Duisburger Gemeinden, ehe er 1967 eine Stelle als Assistent des bekannten Professors für Systematische Theologie, Jürgen Moltmann, an der Universität Tübingen annahm.

Im Jahr 1973 wurde der Theologe zum Direktor des Neukirchener Erziehungsvereins berufen. Damit übernahm er auch die Gesamtverantwortung für das wissenschaftliche und gemeindetheologische Programm der Verlagsgesellschaft. „Hätte es diese Doppelfunktion nicht gegeben, wäre ich dem Ruf wohl kaum gefolgt“, sagt er heute im Rückblick. Denn die Verbindung von Theologie und diakonischer Praxis habe ihn als persönliche Herausforderung besonders gereizt.

Schwerpunkt wurde die Diakonie

Schwerpunkt seiner Arbeit wurde aber die Diakonie. Mit beeinflusst durch die frühere 68er-Bewegung, die eine Auflösung der traditionellen Erziehungsheime propagierte („Holt die Kinder aus den Heimen!“) entstand unter Weths Regie nach und nach ein überregionaler Jugendhilfe-Verbund mit stationären Einrichtungen, vielfältigen ambulanten Hilfeangeboten und mehr als 2000 betreuten Kindern und Jugendlichen.

Festgehalten hat Weth dabei immer an der Grundidee des Erziehungsvereinsgründers Andreas Bräm, sich am individuellen Hilfebedarf jedes einzelnen Kindes und Jugendlichen zu orientieren und dabei grundsätzlich einer familiennahen Erziehung den Vorrang zu geben. Das führte zur weitgehenden Differenzierung und Öffnung der großen, zentral organisierte Heime wie Haus Elim, Andreas-Bräm-Haus und Neukirchener Kinderdorf. Hinzu kamen neue Aufgaben in der Alten- und Behindertenhilfe sowie die Gründung des Paul-Gerhardt-Werkes mit sozialen Einrichtungen in Berlin und Brandenburg.

Daraus folgte auch die Umwandlung der bisherigen Heimerzieherinnenschule in eine Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik. „Herzstück“war für Weth aber auch der Neukirchener Kalender, der im kommenden Jahr sein 125-jähriges Jubiläum feiert.

Seit seinem Ausscheiden aus dem Erziehungsverein widmet sich Rudolf Weth ehrenamtlicher Arbeit im Hospizverein Neukirchen-Vluyn und in der lokalen und weltweiten Ökumene wie zum Beispiel in der „Internationalen Ökumenischen Gemeinschaft“ (IEF) und weiterhin in der Kindernothilfe.

Hinzu kommen regelmäßige Predigtdienste in der Neukirchener Kirchengemeinde sowie beim Neukirchener Erziehungsverein.

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