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Mitte 2018 soll in Kamp-Lintfort das 900-Plätze-Kino öffnen

Meinolf Thies (Mitte) und Anja Thies setzen schon seit einigen Jahren auf Kinos in kleineren Städten. Sie wollen auch in Kamp-Lintfort dabei sein. Investor Thomas Berger (links) stellte am Freitag den Sachstand dar.

Foto: Anika Hegmans

Meinolf Thies (Mitte) und Anja Thies setzen schon seit einigen Jahren auf Kinos in kleineren Städten. Sie wollen auch in Kamp-Lintfort dabei sein. Investor Thomas Berger (links) stellte am Freitag den Sachstand dar. Foto: Anika Hegmans

Kamp-Lintfort.   Mit einiger Verzögerung nimmt das Kino-Projekt auf dem ehemaligen Zechengelände konkrete Formen an. Es gibt da nur noch ein kleines Problem.

Der Kamp-Lintforter Thomas Berger ist nun mal kein Hallodri als Unternehmer. Er kommt sehr besonnen und leise daher. Und deshalb stellte er am Freitag vor der Presse ganz sachlich den Stand der Dinge in Sachen Kino dar. Die Altlastenfrage auf dem ehemaligen Zechengelände nahe dem EK 3 sei geklärt, auch die technische Herausforderung auf dem sumpfigen Gelände einen solchen Komplex zu bauen, „ohne dass er umkippt“, sei gelöst. Rein theoretisch hätten die Bagger schon am 1. März anrücken können.

Fünf Investoren an Bord

Bleibt ein kleines Problem, das den Geschäftsmann Berger nur zu einem „Wir glauben an das Projekt“ statt zu einem „Wir haben es geschafft“ hinreißt: 1,5 Millionen Euro fehlen noch im Finanzierungsplan, der insgesamt ein „mittelgroßes siebenstelliges Investitionsvolumen“ umfasst, wie Projektentwickler Thomas Krüger vorsichtig formuliert. Krüger und sein Partner Rainer Claessen sind in Kamp-Lintfort auch mit dem Rathaus-Center, der Mediathek und Gebäuden auf dem Zechengelände befasst. Berger spricht von 75 Prozent gesichertem Kino-Kapital. Mancher sicher geglaubte Geldgeber zog wohl kurz vor der Vertragsunterzeichnung noch zurück.

Neben Berger selbst, von dem die Idee für das Kino stammt, sind derzeit vier weitere Groß-Investoren an Bord, die nicht genannt werden wollen. Einer sei auch zu berühmt dazu, bemerkte Berger. Drei von ihnen stammten aus Neukirchen-Vluyn. Zwei davon wollten sogar nach Kamp-Lintfort ziehen, weil sich in der Hochschulstadt aktuell so viel bewegt. Für den Innenausbau des Kinos lege das Betreiberehepaar Meinolf und Anja Thies aus Essen (die NRZ berichtete) nach eigenem Bekunden zwei Millionen drauf.

Von der Begeisterung mitgerissen

Fünf Prozent Rendite seien drin, wirbt Krüger nun um – nicht gerade Kleinanleger: „Aber wir öffnen uns auch für ein Modell, in dem wir uns Geldgeber aus der gesunden Mittelschicht für den Rest der Summe vorstellen können.“

Ein einziges Mal wurde Berger beim Termin am Freitag fast emotional. Auf die Frage, warum er trotz der Schwierigkeiten am Kino-Plan festgehalten habe: „Die Begeisterung, die mir entgegen kam, hat mich einfach mitgerissen. Die Idee wurde von allen Seiten mitgetragen. Wenn jeder von denen einmal im Jahr ins Kino geht, ist alles gut.“

Nicht ganz, goss Betreiber Meinolf Thies Wasser in den Wein: „Dann wären wir nach zwei Monaten pleite.“ Er setzt vor allem darauf, dass Kamp-Lintfort quasi Kino-Diaspora wäre und Leute mit einem schicken und wertigen Konzept aus den umliegenden Städten anziehen wird. „Auch die Moerser sind herzlich eingeladen. Und das Kino in Krefeld ist übrigens schon zwanzig Jahre alt.“ Außerdem setzen Thies’ auf mehrere Funktionen: Neben dem Kino an sich soll der Komplex auch Raum für Feiern oder Kongresse bieten.

Nach einem Jahr Bauzeit soll Mitte 2018 Eröffnung des „Kino im Central Park“, so der gänzlich unbescheidene Arbeitstitel, sein.

>>> FAKTEN ZUM KINO AM CENTRAL PARK

900 Plätze in sieben Sälen sind vorgesehen. Der größte wird 257 Plätze bieten, der kleinste 96. Drei Säle sollen auch direkt von der oberen Etage der Konferenzräume zugänglich sein. Neben Mainstream wollen die Betreiber auch schauen, ob es in Kamp-Lintfort Liebhaber anderer Filmformen gibt. Die durchschnittlichen Eintrittspreise sollen unter zehn Euro bleiben.

30 Mitarbeiter plant das Ehepaar Thies in unterschiedlichen Beschäftigungsformen ein. Es werde aber einen Theater- und einen Betriebsleiter geben.

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