Flüchtlinge

Moers: Diskussion um geplante Unterkunft

Infoabend an der Gesamtschule zur Flüchtlingsunterkunft Germendonkschule.

Infoabend an der Gesamtschule zur Flüchtlingsunterkunft Germendonkschule.

Foto: Harry Seelhoff

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Moers. Nein, es waren keine Wunder, die Bürgermeister Christoph Fleischhauer den Meerbeckern in der gestrigen Bürgerinformationsveranstaltung versprach. Der Saal in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule war rappelvoll, viele Zuhörer mussten stehen. Alle erlebten einen sachlich argumentierenden Bürgermeister, der in einer lebhaften Diskussion die Ängste und Sorgen der Bürger nicht einfach vom Tisch wischte, jedoch für Sachlichkeit und Mitmenschlichkeit warb.

Die Fragen, die die Meerbecker stellten, waren verständlich: Warum sollen so viele Menschen in nur eine Unterkunft gepfercht werden? Die Stadt plant, in der Germendonkschule bis zu 250 Flüchtlinge unterzubringen. Fleischhauer warb um Verständnis für die Situation, in der man sich befinde: Auf die Zuweisungen habe die Stadt keinen Einfluss, gleichzeitig müsse man sehr auf die Wirtschaftlichkeit der Unterbringungsmaßnahmen achten.

Thema Lärmbelästigung: Die unmittelbaren Anwohner – die für die Lage der Flüchtlinge teils großes Verständnis aufbrachten – sorgen sich darum, dass es besonders in den Sommermonaten recht laut werden könne auf dem Schulhof. Man habe eine Messung vorgenommen, so ein Anwohner: Schon 13 Personen, die sich auf dem Schulhof normal unterhalten, würden den gesetzlichen Grenzwert (35 dB nach 22 Uhr) bei weitem überschreiten. Der Bürgermeister versprach, sich um das Problem zu kümmern, setzte aber hinzu: „Wir sind noch nicht mal Eigentümer, da fragen Sie, wie wir umbauen?“

Das subjektive Sicherheitsgefühl

Doch das waren noch längst nicht die schlimmsten Ängste, die geäußert wurden. „Wie gehen sie mit der Sicherheit unserer Kinder um?“, fragte eine Mutter, deren Kinder den Schulweg über die Taubenstraße nehmen. Eine andere Frau behauptete sogar, es sei zu „15 Übergriffen von ausländischen Mitbürgern“ gekommen. Es war indes ein weiterer Anwohner, der – leicht ironisch – die Stimme der Vernunft erhob: „Ich gehe davon aus, wir reden über eine Flüchtlingsunterkunft und nicht über einen offenen Strafvollzug oder eine Forensik.“ Die Beigeordnete Kornelia zum Kolk verwies zudem auf die guten Erfahrungen mit anderen Unterkünften im Stadtgebiet und riet: „Gehen Sie auf die Menschen zu!“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben