Neue Medien

Moers: Gymnasium verbietet Handy-Nutzung in den Pausen

Foto: Ulrich von Born

Moers.   Das Gymnasium Filder Benden nimmt an einem Pilotprojekt für digitale Bildung teil. Trotzdem ist für Schüler das Handy in den Pausen tabu.

Kinder, die in der Pause auf dem Schulhof nur noch auf das Display ihrer Handys starren, statt sich zu bewegen? Das Zocken auf den Geräten hatte extrem zugenommen. Die Schulleitung des Gymnasiums in den Filder Benden zog daraufhin die Reißleine: Für die Sekundarstufe I gilt ein absolutes Handyverbot. Die NRZ sprach darüber mit Schulleiter Arndt van Huet.

„Die freie Nutzung hatte dazu geführt, dass die wesentliche Funktion der Pause, die Erholung, nicht mehr genutzt wurde“, erklärt der Schulleiter den Grund des Verbotes. „In den Klassen 5 bis 7 gab es keinen Ball- oder Tischtennisspiele mehr in der Pause“, so van Huet; die Kinder hätten nur noch auf ihre Handys gestarrt, und „das Zocken hatte extrem zugenommen“.

Weniger Cyber-Mobbing

In den Klassen 8 und 9 seien es die sozialen Netzwerke gewesen, die den größten Reiz auf die Kinder ausgeübt hätten. Seit das Handyverbot in den Pausen gelte, sei ein deutlicher Rückgang des Cyber-Mobbings zu verzeichnen, und es gebe eine sehr klare Tendenz zur Kommunikationszunahme und zu einer psychologischen Erholung in den Pausen.

Dabei will Arndt van Huet die Nutzung von Smartphone, Tablet und Co. beileibe nicht verteufeln. Im Gegenteil: „Gerade wir als Filder Benden versuchen, digitale Bildung in den Unterricht einzubringen.“ Vor einigen Jahren habe man bereits den Einsatz schülereigener digitaler Geräte im Unterricht getestet, allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: „Wenn sie sinnvoll sind.“

Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang sei die Erziehung zum Gebrauch der neuen Medien, die Aufklärung über Gebrauch und Missbrauch, der Hinweis auf Persönlichkeitsrechte. Der Schulleiter weiß als Vater, was gerade angesagt ist: „Fortnite ist total in, alle spielen das. man muss aber auch über die Suchtpotenziale aufklären.“

Handyverbot hat sich bewährt

Bei aller Warnung vor Gefahren setzt das Filder Benden auf die Zukunft: Das Gymnasium nimmt an einem Pilotprojekt des Landes NRW teil und bietet Informatik ab Klasse 5 bis zum Abitur an. Die App-Entwickler und Informatiker von morgen sollen so auf ihren späteren Beruf vorbereitet werden.

Alles in allem habe sich das Handyverbot bewährt, so Arndt van Huet. Seit zwei Jahren sei die Schule mit Eltern und Schülern in der Diskussion über das Thema. „Durch die Strukturierung des Schulalltags zeigen wir, was sein darf und was nicht.“

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