Kulturrucksack

Moers: Kunst am Bau – eine Pausenhalle wird wieder schön

Becker Schmitz (3. v.r.) zusammen mit seiner Projektgruppe in der neu gestalteten Pausenhalle.

Foto: Norbert Prümen

Becker Schmitz (3. v.r.) zusammen mit seiner Projektgruppe in der neu gestalteten Pausenhalle. Foto: Norbert Prümen

Moers.   Der Moerser Künstler Becker Schmitz hat mit Schülern der Pattberg-Realschule die beschmierte Pausenhalle neu gestaltet. Das schweißt zusammen.

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Street Art ist beliebt. Mit bunten Schriftzügen und Bildern kann die Kunstform Städte verschönern. Ein Beispiel für bunte Kunst vor Ort findet sich nun auf dem Schulhof der Heinrich-Pattberg-Realschule. Im Rahmen des Landesprogramms „Kulturrucksack NRW“ fand hier ein Graffiti-Projekt der besonderen Art statt.

Der Projektname „Kunst am Bau“ ist Programm. Fleißig haben sie in den letzten vier Wochen gepinselt, gemalt und gesprayt: Schüler verschiedener Jahrgangsstufen verwandelten die unansehnlich gewordene Pausenhalle in ein Kunstwerk.

Blick auf die triste Pausenhalle

Alles begann mit einer Idee: Im Schulalltag blickten Schüler und Lehrer im Innenhof auf die mit Gang-Schriftzügen und Kraftausdrücken beschmierte Pausenhalle. Larissa Braunöhler, Kultur-Sozialpädagogin an der Realschule, wandte sich an den Moerser Künstler Becker Schmitz. Der war sofort angetan: „Mit Schülern zu arbeiten und die Schule zu einem schöneren Ort zu machen, war ein interessantes Vorhaben“, sagt Becker Schmitz.

Er stellte den Schülern das Projekt vor, erarbeitete mit ihnen Tafelarbeit über Street Art und Graffiti. Eine feste Gruppe von zwölf Schülern im Alter von 10 bis 15 Jahren machte mit. Immer dienstags und freitags, nach Schulschluss in der Freizeit, trafen sie sich. Auch Künstler Andy Hellebrand schaute ab und zu vorbei. „Sie haben sehr selbstständig geplant und umgesetzt“, sagt Hellebrand. Heute vereinen sich an den Wänden einzelne Farbflächen zu Fantasiegebilden, Comics und anderen Motiven.

„... da waren wir neugierig.“

Stolz blicken die Schüler bei der Projektpräsentation am Mittwoch mit der Schulleitung und den Kunst-Differenzierungskursen der siebten, achten und neunten Klassen auf ihr fertiges Werk. Darunter auch Sarah Daleen Dahmen aus der 5b. Gemeinsam mit Freundin Chantal Marie Bendig schaut sie sich die Wände genau an. Die beiden 11-Jährigen erinnern sich an eine triste Pausenhalle: „Als ich sie das erste Mal gesehen habe, erzählte ich meiner Oma, wie schlimm die Halle aussieht“, sagte Sarah. „Als wir gesehen haben, dass Schüler in einem Kunstprojekt die Pausenhalle anmalen, waren wir neugierig.“ Gut vier Zeitstunden haben sie dienstags und freitags in das Projekt investiert. Dass die Halle in einem Jahr abgerissen wird, stört sie nicht: „Wir machen Smartphone-Fotos als Erinnerung an das Projekt.“

Künstler Becker Schmitz ist sehr zufrieden: „Es war eine Gemeinschaftsleistung. Schüler haben gesehen, dass Kunst nicht nur auf dem Papier stattfindet und sich untereinander angefreundet.“

Die Schüler und der Künstler haben Lust, die Stadt bunt zu machen: „Kunst braucht Fläche. Willen, Spaß und Farbe haben wir mit im Gepäck“, so Becker Schmitz.

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