Moers

Moers: Metzgerei Gorres schließt im November – Neubau kommt

Fleischergeselle Michael Tillmann im Kühlhaus: Ende November schließt die Metzgerei in Scherpenberg.

Fleischergeselle Michael Tillmann im Kühlhaus: Ende November schließt die Metzgerei in Scherpenberg.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Moers.  Über viele Jahrzehnte war die Metzgerei in Scherpenberg eine feste Größe. Jetzt schließt das Traditionsgeschäft. Auch das Haus hat keine Zukunft.

„Hier gibt es die beste Fleischwurst von Moers“, sagt Hermann Müller, und Kundin Ingeborg Schmitz mag die „leckeren Rindswürstchen“.

Spezialität waren auch die Grillfackeln, Mettenden und das frische Roastbeef. Nach vielen Jahrzehnten ist bald ist Schluss mit allen den Genüssen. Die Traditionsmetzgerei Gorres an der Eichenstraße 71 in Scherpenberg weicht einem Neubau.

Mit dem Ende des traditionsreichen Ladens gibt es dann in ganz Moers mit seinen über 100.000 Einwohnern nur noch eine Handvoll Fach-Metzgereien in den Außenbezirken oder Vororten. Die City ist längst fleisch- und wurstwarenfrei. Wie gefragt Frisches vom Metzger ist, zeigt der Moerser Markt, auf dem ein gutes halbes Dutzend Händler ihre rollenden Fleischereien zweimal in der Woche aufbauen. Vor den Ständen warten gewöhnlich lange Schlangen geduldiger Kunden, die von bis zu sechs (!) Mitarbeiterinnen bedient werden.

Doch die stationären Metzger sterben aus. Ein Großteil der Kunden kauft dann doch lieber bei vermeintlich billigeren Lebensmittelketten. Dazu steht der Beruf des Metzgers in der Job-Wunschliste der jungen Leute nicht weit oben. Die meisten Kinder alt eingesessener, familiengeführter Metzgereien wollen Vaters Betrieb, der mit viel Arbeit verbunden ist, nicht übernehmen.

Die Zahl der Metzgereien in Moers schrumpft weiter

Metzgerei Gorres, die seit geraumer Zeit von Familie Hüsch betrieben wird, schließt für immer Ende November. Warum? Sabine Hüsch: „Es ist ein alter Betrieb, in den zu viel reingesteckt werden müsste.“ Zudem werde es immer schwieriger, Personal zu finden. Aufgegeben werden auch die drei Marktstände, mit denen Familie Hüsch fünf Tage die Woche unterwegs waren.

Und so werden ab Februar an der Eichenstraße die alte Metzgerei und die beiden kleinen Dorf-Häuschen links und rechts des Gebäudes abgerissen. Bis Mitte des Jahres 2022 errichtet hier „M + R Bauprojekt“ aus Baerl ein attraktives Mehrfamilienhaus, das das Bild der vielbefahrenen Straße mit seiner luftigen Architektur auflockern könnte.

Mitinhaber Michael Jendrian: „Wir wollen das Gebäude so bauen, dass es nicht wuchtig wirkt und sich optisch angenehm in die Umgebung einfügt.“ Es gibt fünfzehn 76 bis 135 Quadratmeter große, barrierefreie Wohneinheiten mit einer Besonderheit. Interessenten können wählen, ob sie ihr Wunschobjekt mieten oder lieber als Eigentumswohnung oder Penthouse kaufen wollen.

Die Preise schrammen dabei auch mal die 500.000-Euro Marke. Gibt es denn in Scherpenberg überhaupt einen Markt für solche Luxus-Angebote mit einer Tiefgarage, bei der sogar die Auffahrt für eisfreies Fahren im Winter beheizt ist? „Ja“, sagt Michael Jendrian, „13 Wohnungen sind schon vergeben.“ „M + R“ plant weiter: Da es in Moers kaum noch Grundstücke gibt, hat das Unternehmen an der Essenberger Straße 176 eine alte Villa erworben. Hier soll ein Achtfamilienhaus wachsen.

Für die Kunden der Metzgerei Gorres gibt es einen Trost: Wilfried Hüsch, ein Verwandter der Familie, betreibt in Repelen an der Lintforter Straße eine Metzgerei. Und Sabine Hüsch fand auch neue Arbeit. Sie bedient in Zukunft bei der Metzgerei Linssen in Neukirchen-Vluyn.

>>> Immer wenige Metzgereien
Im Stadtteil
Moers Scherpenberg schließt die Traditionsmetzgerei Gorres Ende November. In den Betrieb müsste nach Darstellung der Inhaber zuviel investiert werden, außerdem sei es schwierig, geeignetes Personal zu finden. Damit geht eine weitere Traditionsmetzgerei in Moers vom Markt.

Im kommenden Februar sollen an der Eichenstraße in Scherpenberg die alte Metzgerei und die beiden Häuser links und rechts des Gebäudes abgerissen werden. Ein Anbieter aus Baerl baut dort fünfzehn 76 bis 135 Quadratmeter große, barrierefreie Wohneinheiten. 13 von ihnen sind bereits vergeben.

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