Klartext für Kinder

Moers: Wie Schuhe durch den Verein Klartext zum Kind kommen

Der Verein Klartext für Kinder mit (v.l.): Christine Walsdorf, Monika Marx, Ulrike Lukas, Ingrid Hoffmann und Maria Welling.

Der Verein Klartext für Kinder mit (v.l.): Christine Walsdorf, Monika Marx, Ulrike Lukas, Ingrid Hoffmann und Maria Welling.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Moers.  Klartext für Kinder steht dann für benachteiligte Familien ein, wenn keine andere Stelle die Kosten übernehmen will.

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Zweimal im Monat wird dienstags im Hotel zur Linde in Repelen in der Alten Stube emsig diskutiert. Dann trifft sich die Antragsgruppe des Vereins Klartext für Kinder – Aktiv gegen Kinderarmut. Die Gruppe ist das Herzstück des Vereins. Sie entscheidet, ob die bei Klartext für Kinder beantragten Kinderschuhe, die Kleidung und die Möbel finanziert werden oder nicht.


Jeder Antrag wird besprochen

Ulrike Lukas leitet die achtköpfige Gruppe.„Wir besprechen jeden Antrag“, erklärt Lukas. Pro Sitzung sind das in der Regel 20 bis 25 Stück. Da die bedürftigen Familien sehr häufig für mehr als ein Kind ihre Anliegen vorbringen, bedeutet das, dass pro Sitzung für etwa 60 Kinder unter 18 Jahren Dinge freigegeben werden, die für andere Kinder völlig selbstverständlich sind: warme Socken, dicke Schuhe, Betten, Matratzen und dergleichen mehr. Vor Weihnachten können es bis zu 50 Anträge pro Sitzung aus Moers, Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort werden. Die Anträge werden von den Sozialverbänden an Klartext für Kinder geschickt. Der Verein wird erst tätig, wenn alle anderen Töpfe ausgeschöpft sind, betont die Vorsitzende von Klartext für Kinder, Maria Welling.

Ein gutes Gespür entwickelt

Die Gruppe wird von den Jugendämtern beraten. Michael Rüddel ist vom Moerser Jugendamt dabei. Durch die jahrelange Tätigkeit haben die Mitglieder aber mittlerweile auch ein gutes Gespür entwickelt, was benötigt und von keinen anderen Stellen bezahlt wird – und haben sich ein breites Netzwerk an Firmen aufgebaut, mit denen sie zusammenarbeiten. Die Partner der Antragsgruppe sind die Sozialarbeiter und die sozialen Einrichtungen. Diese prüfen die Anliegen bei den Familien, bevor der Verein tätig wird. Dann wird in den Dienstagsrunden diskutiert und jedes Mitglied der Antragsgruppe bekommt in der Regel fünf bis sieben Fälle mit nach Hause, wo die Arbeit weitergeht.

Sonderanliegen werden viel diskutiert

Aus dem Antrag wird ein Auftragsschein über Sachleistungen geschrieben, der beim Einkauf vorgelegt werden muss. „Es fließt kein Geld“, betont Maria Welling. Auf Listen sind gängige Preise vorgegeben. Bekleidung und Schuhe sind oft gefragt. Das fällt ja auch am ehesten auf, wenn Kinder im dicksten Winter in Sandalen zur Schule kommen. Möbel fehlen ebenso. Welling: „Was mich immer wieder schockiert ist, wie viele Kinder auf dem Boden schlafen.“ Für Fahrräder gibt es ebenfalls Festpreise, hier wird zwingend ein Helm mitgekauft.

Viel diskutiert wird bei Sonderanliegen wie Musikinstrumenten oder dergleichen. Sofern die Bedürfnisse über ein normales Maß hinausgehen, wird der Vorstand einbezogen. Über die zweite Vorsitzende Ingrid Hoffmann gibt es hier den kurzen Draht. Zum Einkaufen begleitet in der Regel ein Sozialarbeiter die Familie oder ein so genannter Einkaufspate kommt mit. Die werden übrigens immer gebraucht. Wie auch andere Ehrenamtler, die sich für verschiedene Dinge begeistern können, die vom Standaufbau bis zum Einsatz in der mobilen Kindertafel reichen können. Wer Interesse hat: www.klartext.kinder.de

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