Hackday

Moerser bauen ihre eigenen Feinstaubsensoren

„Code for Niederrhein“:So baut man Feinstaubsensoren.

Foto: Markus Joosten

„Code for Niederrhein“:So baut man Feinstaubsensoren. Foto: Markus Joosten

Moers.   Beim Hackday in Moers lernen Technikfans das Programmieren oder basteln Feinstaubsensoren. Der 16-jährige Lennart hat größere Ambitionen.

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Wenn sich Computergenies und Programmiertalente in Moers zum „Hackday“ treffen, klingt das zunächst etwas zwielichtig. Doch die digitalen Projekte sind alles andere als kriminell – sie verfolgen den Zweck, das Leben zu vereinfachen und öffentliche Daten sinnvoll zu nutzen.

Zum vierten Mal luden die Stadt Moers und die Bertelsmann-Stiftung ein, am Wochenende an verschiedenen Workshops teilzunehmen. Die Datenjournalistinnen Kira Schacht und Sophie Rotgeri veranstalteten einen „Workshop für Frauen und Mädels – Daten jonglieren für Einsteigerinnen“. Dort lernten die Teilnehmerinnen offene Daten zu finden und auszuwerten, um die Ergebnisse mittels Grafiken oder auf selbstgebauten Webseiten zu präsentieren.

Kunststoffrohr, Sensoren, Kabel, ein Chip - und fertig

Beim Berliner Softwareentwickler Thomas Tursic lernten Einsteiger die Programmier-Werkzeuge kennen. Tüftler und Techniker bauten im Kurs von Mitgliedern der Vereinigung „Code for Niederrhein“ kleine Feinstaubsensoren. Unter Anleitung von Noel Schäfer verbauten die Anwesenden die Einzelteile des Baukastens zu fertigen Sensoren.

Ein kleiner Computerchip, ein Temperatursensor, der Feinstaubsensor, viele kleine Kabel und ein Kunststoffrohr. Mehr braucht es nicht, um die Luftverschmutzung selber zu messen und die Messergebnisse auf dem eigenen Laptop abzurufen.

Die Idee stammt aus Stuttgart

Die Idee dazu kommt aus Stuttgart. Vielen Bürgern hätten die Messergebnisse der Stadt nicht gereicht, hieß es. Also hat sich eine Bürgerinitiative zusammengetan und das Projekt „Luftdaten.info“ ins Leben gerufen. Sie haben die selbstgebauten Sensoren überall aufgehängt und die Stadt über die Luftdatenmessung informiert, erzählte Schäfer. Das Offene Projekt hat sich schnell verbreitet und Anschluss in Moers gefunden.

Um den jungen Leuten die Technik näher zu bringen gibt es viele neue Initiativen, die seit einigen Jahren entstehen. Eine davon ist der so genannte Hackerspace. Im „Wohnzimmer“ der Volkshochschule Moers/Kamp-Lintfort sollen dauerhaft Workshops zu digitalen Themen, wie Programmieren, stattfinden. Ein Ort, an dem sich technikaffine Leute treffen, um an zukünftigen Vorhaben zu arbeiten. Das kann zum Beispiel eine neue App sein.

Kinder wachsen mit der Technik auf

„Die Kids wachsen mit Technik auf. Ich glaube, dass wir versuchen können, einen sinnvollen Nutzungsansatz in die Zielgruppe zu bringen“, so Klaus Arndt, Beigeordneter der Stadt Moers und Digitalisierungs-Experte.

Für den 16-jährigen Lennart kein Problem. Er hat bereits die App „Mein Moers“ programmiert und arbeitet zurzeit an einer App für das Moers Festival. „Ich versuche Probleme digital zu lösen, so dass am Ende alle davon profitieren können“, so Lennart.

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