Solidaritätskundgebung

Nach Tat von Halle: Moerser stellen sich gegen den Hass

Am Synagogenbogen wird es am Samstag eine Solidaritätskundgebung geben.

Am Synagogenbogen wird es am Samstag eine Solidaritätskundgebung geben.

Foto: privat / NRZ

Kamp-Lintfort.  Entsetzt reagieren Bürger in Moers auf die Tat in Halle. Der „Bunte Stammtisch Moers“ lädt Samstag zur Solidaritätskundgebung am Synagogenbogen.

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Vor dem Hintergrund der schrecklichen Tat in Halle/Saale, lädt der „Bunte Stammtisch Moers“, der sich für eine friedliche und offene Gesellschaft ohne Hass engagiert, zu einer Solidaritätskundgebung am Synagogenbogen am Hanns-Dieter-Hüsch-Platz ein. Am Samstag, 12. Oktober, ab 18.30 Uhr soll dort ein gemeinsames, starkes Zeichen gegen Hass gesetzt werden. „Alle Menschen, die einfach lieber bunt als braun rocken, sollten zum Synagogenbogen am Hanns Dieter Hüsch Platz kommen“, schreibt der „Bunte Stammtisch Moers“.

Auch der noch junge Verein „Demokratie und Toleranz leben“ ist angesichts der Bilder aus Halle fassungslos: „Die Erinnerung darf nicht enden, sie muss auch zukünftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen“, zitiert der Verein Altbundespräsident Romas Herzog und fordert ein entschiedeneres Einstehen für Demokratie und Diversität. „Es reicht nicht, still vor der Tagesschau zu sitzen und derartige Bilder mit Bestürzung aufzunehmen, um sie dann aber spätestens nach dem Wetterbericht schon wieder verdrängt zu haben.“

„Nur wenn die demokratische Zivilgesellschaft sich erhebt, verhindern wir die Wiederholung von Halle oder anderer Greueltaten“

Man müsse ganz offensichtlich mehr tun, um einer mehr und mehr um sich greifenden Vernetzung radikaler Kräfte in Deutschland entschiedener entgegenzutreten. „Wir müssen denen, die mit rechtsradikalem Gedankengut öffentlich oder im kleinen Kreise auftreten, mit aller Kraft die Stirn bieten.“ Dies erfordere Mut und entschlossenes Handeln, „aber nur wenn die demokratische Zivilgesellschaft sich erhebt, verhindern wir die Wiederholung von Halle oder anderer Gräueltaten“.

Der gemeinnützige Verein „Demokratie und Toleranz leben“ wurde vor wenigen Wochen auf Initiative von Ibrahim Yetim (MdL) und Guido Lohmann gegründet. Bis heute sind bereits 30 Mitglieder beigetreten. Ziel des neuen Vereins ist es, in Moers und Umgebung aktiv für die Werte einer freien und demokratischen Gesellschaft einzutreten.

Yetim ist entsetzt über den rechtsterroristischen Anschlag in Halle. Staat und Zivilgesellschaft müssten entschlossen gegen Rechtsextremismus vorgehen, so seine Mitteilung. „Aus hasserfüllten Worten werden hasserfüllte Taten. Wir alle sind aufgefordert rechten Gesinnungen, Hass und Hetze in privaten und öffentlichen Diskussionen – ob an der Theke oder im Netz – eine Abfuhr zu erteilen. In den letzten Jahren haben sich die Grenzen des Sagbaren verschoben. Dazu haben auch Aussagen von führenden AfD-Politikern beigetragen.“

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