Moers Festival

Moerser nehmen die Einladung ins Festivaldorf an

Ganz schön was los im Dorf.

Ganz schön was los im Dorf.

Foto: Ulla Michels

Moers.   Der neu gestaltete Markt vor der Festivalhalle mit vielen Sitzgelegenheiten kam gut an. Das Programm am ersten Tag servierte gleich eine Entdeckung.

Eben noch stand Tim Isfort, erstmals künstlerischer Leiter des Moers Festivals, in verschwitztem T-Shirt und Jeans vor der Festivalhalle. Aber zur Eröffnung des Bühnenprogramms des 46. Pfingst-Spektakels hat er sich dann doch in den feinen Anzug geworfen. Wahrscheinlich ein Ausdruck dessen, dass ihm zum Feiern zumute war. Weil irgendwie, niemand weiß genau wie, doch noch alles rechtzeitig geklappt hat.

Claus Arndt, Geschäftsführer der Kultur GmbH gab sogar zu, dass er sich ein Tränchen verdrückt habe, als der erste Ton von der Bühne klang. Vor Rührung. Vielleicht aber auch, weil ihm da klar wurde, dass er sehr viel mehr von den Auftritten wahrscheinlich nicht mehr mitkriegen wird, und sei es auch nur, weil er sich um Autos kümmern muss, die mitten auf dem Festivalgelände sehr kreativ geparkt waren.

Spieluhren aller Art

Der erste Ton des Festivals entfuhr übrigens einer alten Spieluhr. Davon gleich mehrere hatte das Trio Il Lusorius im Gepäck, von denen die meisten auch funktionierten. Ein beschaulicher, eher intimer Start in den Abend, der aber wahrscheinlich am späten Abend im Peschkenhaus besser funktioniert haben dürfte, als in der großen Halle. „Alle Vögel sind schon da“, „Schicksals-Melodie“, „La Vie en rose“, diese Klassiker sezierte das Trio in der Grundbesetzung Geige, Bassklarinette und Blockflöte, manchmal zerfledderte es sie auch und setzte sie neu zusammen.

Diesen Anfang haben manche Besucher allerdings verpasst. Sie warteten wohl noch auf den sonst gewohnten Pausen-Jingle.

Eine Entdeckung gleich am ersten Tag

Mit De Beren Gieren aus Belgien ging es weiter. Sie belegten, warum sie ein heißer Tipp in der belgischen Jazz-Szene sind. Das Trio jazzte melodiös und üppig. Das Publikum jubelte, war gefesselt und begeistert. So wie später bei Brian Blade – Mama Rosa. Nicht unbedingt Jazz oder Improvisation, dafür warm und berührend.

Ziemlich außergewöhnlich ging es mit Pantra Sein HLa Myaing aus Myanmar weiter. Ein Land, zu dem Isfort eine besondere Beziehung hat. Und fürs Auge war das allemal ein Fest. Wem das trotzdem nicht gefiel, der ging halt raus ins Dorf. Dort gab „The Hipster Jugend“ auf der Umsonst-und-draußen-Bühne richtig Gas. Richtig was los war im Dorf. Siegmund Ehrmann (SPD-MdB)hatte die Meinung sicherlich nicht exklusiv: „Das ist ja hier draußen richtig schön geworden.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben