Klassik in Moers

Moerser Orchester auf einer musikalischen Reise nach Wien

Das Niederrheinische Kammerorchester Moers spielte im Kulturzentrum Rheinkamp auf.

Das Niederrheinische Kammerorchester Moers spielte im Kulturzentrum Rheinkamp auf.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Moers.   Frühjahrskonzert des Niederrheinischen Kammerorchesters Moers im Kulturzentrum Rheinkamp. Der Orchesterleiter hat einen klaren Plan.

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Spannend und dramatisch: Das Frühjahrskonzert des Niederrheinischen Kammerorchesters Moers (NKM) schlug am Sonntag die Besucher im Kulturzentrum Rheinkamp vom ersten Ton an in seinen Bann. Dazu hatte Orchesterleiter Michael Preiser eine musikalische Reise in das Wien des ausgehenden 18. Jahrhunderts ausgewählt.

Auf dem Programm standen deshalb Sinfonien und ein Konzert der dort wirkenden italienischen Komponisten Antonio Salieri (1750 – 1825), Domenico Cimarosa (1749 – 1801) sowie von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791). Eine Begegnung mit drei sich gegenseitig schätzenden, aber auch konkurrierenden Opernkomponisten. Das 36 Köpfe starke NKM wurde dabei von den Düsseldorfer Bläsersolisten unterstützt.

Ein Wechselspiel zwischen Spannung und Dramatik

Den Anfang machte Salieris „Sinfonia Veneziana“. Deren drei Sätze boten in neu entwickelten Klangformen ein virtuoses Wechselspiel zwischen Spannung und Dramatik, Einfachheit und Kunstfertigkeit. Das folgende Doppelflötenkonzert von Cimarosa in G-Dur war zwar ebenfalls mit Klarinetten und Hörnern modern instrumentiert, erinnerte aber in den Bässen noch an barocke Generalbassfiguren. Drei heitere, melodische Sätze, die vor allem den beiden glänzend aufgelegten Flötistinnen Maria Jarovaja und Nadja Frey Gelegenheit boten, ihr Können und viel Spielfreude zu zeigen.

Die Mozart-Sinfonie Nr. 36 in C-Dur war für viele Besucher der Höhepunkt des Abends. Die 1783 in nur vier Tagen entstandene so genannte Linzer Sinfonie machte bereits im ersten von vier Sätzen die Einzigartigkeit und Individualität dieses Ausnahmekünstlers deutlich: Unerwartete harmonische Wendungen, wechselnde Rhythmen, gegensätzlich geführte Themen und überraschende Instrumentierung zeigten eine klangliche Vielfalt, die zwar teilweise an Salieris Musik erinnerte, aber weit darüber hinaus führte: „Ich bemühe mich stets, die Auswahl der Stücke den Bedürfnissen meines Orchesters anzupassen und sie für das Publikum möglichst abwechslungsreich und interessant zu gestalten“, erklärte Preiser.

Beim Blick ins Publikum fällt ein Manko auf

Eine auch diesmal wieder gelungene Wahl, wie der minutenlange Beifall der Zuhörer im nicht ganz ausverkauften Kulturzentrum bewies: „Nach dem Winter freut man sich richtig auf den Frühling. Und dieses Konzert hat darauf einen schönen Vorgeschmack gegeben“, waren sich drei Besucherpaare aus Moers am Ende einig. Das einzige Manko: Leider nutzen immer noch nur wenige Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, die für sie kostenlosen Konzerte zu besuchen.

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