Schule

Hotel in Moers statt in Valencia: Schulklasse muss umkehren

Mit solche einem Airbus A320 sind die Schülerinnen und Schüler aus Moers nach Valencia geflogen. Doch bis sie ihr Ziel erreichten, sollte noch einige Zeit vergehen.

Mit solche einem Airbus A320 sind die Schülerinnen und Schüler aus Moers nach Valencia geflogen. Doch bis sie ihr Ziel erreichten, sollte noch einige Zeit vergehen.

Foto: Oliver Rösler / Eurowings GmbH

Moers.  Der Ausflug nach Valencia wurde für Schüler des Gymnasiums Filder Benden ein Irrflug. Zwischendurch führt er sie sogar zurück nach Moers.

In der Schule spricht man gern von einer „Ehrenrunde“, wenn ein Schüler sitzenbleibt und das Klassenziel nicht wie geplant erreicht. Mit „Ehrenrunde“ kann man auch das umschreiben, was eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Moerser Gymnasium Filder Benden (GFB, externer Link) auf ihrer Klassenfahrt erlebt hat: Sie erreichte ihr Ziel nach einem wahren Irrflug mit einem Tag Verspätung – durchaus gut gelaunt, wie zu hören ist.

Etwa 20 Schülerinnen und Schüler des zehnten Jahrgangs sowie eine Lehrerin und ein Lehrer des GFB fanden sich am Montag am Flughafen Düsseldorf ein. Mit Flug EW 9538 von Eurowings sollte es um 11.45 Uhr nach Valencia los gehen. Tatsächlich startete die Maschine mit 140 Passagieren an Bord aber um fast eine Stunde verspätet gen Süden.

Schulklasse aus Moers: Windböen zwingen Flugzeug zum Umkehren

Etwa zweieinhalb Stunden später war der Airbus A 320 kurz vor Valencia. Doch an der Südost-Küste Spaniens herrschte schlechtes und stürmisches Wetter mit Böen von mehr als 100 Stundenkilometern. Die Maschine ging zwar in den Landeanflug, so berichten Mitreisende. Doch aufzusetzen war dem Piloten offenbar zu windig. Er startete durch – zumindest für einige aus der jungen Moerser Truppe ein unangenehmes Erlebnis.

Wie weiter? Der Pilot entschied sich, das rund 170 Kilometer entfernte Ibiza anzusteuern. Auf der Baleareninsel wollte er die Maschine auftanken und anschließend erneut nach Valencia fliegen. Ein Stück weit funktionierte der Plan durchaus. Doch rund um das Reiseziel stürmte es noch immer so schlimm, dass der Captain erst gar nicht zur Landung ansetzte, sondern frühzeitig abdrehte, wie auch Eurowings auf Anfrage bestätigt.

Diesmal entschied er sich, nach Düsseldorf zurückzufliegen. Und die Eltern der GFB-Schüler konnten im heimischen Moers via App verfolgen, wie sich der Flieger mit ihren Kindern nun wieder Richtung Norden bewegte. Man bedaure die Unannehmlichkeiten, heißt es bei Eurowings, aber: „Sicherheit hat zu jedem Zeitpunkt allerhöchste Priorität.“

Am Abend wieder da, wo das Flugzeug herkam: in Düsseldorf

Gegen Abend erreichte das Flugzeug den Ort, an dem es am Vormittag gestartet war: Düsseldorf. Windig war es hier zwar nicht, doch es gab ein neues Problem: An Bord befanden sich etliche Spanier, die nach Hause gewollt hatten. Aber wegen der populären Boot-Messe ist die Landeshauptstadt in diesen Tagen ausgebucht. Eine Unterkunft mit ausreichend freier Kapazität fand die Fluggesellschaft – und zwar in Moers. Mit Bussen ging es zum Hotel Van der Valk. Hier stellte sich – nächste Überraschung – heraus, dass die Fluggesellschaft auch für die Gymnasiasten gebucht hatte.

Dem Vernehmen nach fanden mehrere Zehntklässler so viel Gefallen an der Idee, die Nacht in dem Vier-Sterne-Haus statt in ihren Kinderzimmern zu verbringen, dass sie mit dem Rest der Passagiere von Flug EW 9538 im Hotel blieben.

Eltern: Die Lehrer hatten das gut im Griff

Die weitere Etappe dieser Klassen-Irrfahrt ist erstaunlich planmäßig verlaufen. Am Dienstag starteten die Moerser laut Eurowings um 11.45 Uhr in Düsseldorf und landeten pünktlich, glücklich und sicher um 14.15 Uhr in Valencia, wo der Wind laut wetter.com mit 22 km/h säuselte.

Trotz Irrfluges und des anstrengenden ersten Tages sei die Stimmung in der Moerser Reisegruppe vorwiegend entspannt, berichtet ein Elternteil eines Schülers – was nicht zuletzt an der Begleitung gelegen habe: „Die Lehrerin und der Lehrer hatten das wohl gut im Griff.“

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