Senioren

Moerser Senioren haben Spaß im Johannes-Rau-Haus

Der Kurs „Kraft und Balance“ ist sehr beliebt.

Der Kurs „Kraft und Balance“ ist sehr beliebt.

Foto: Funke Foto Services

Moers.   Der Soziale Dienst im Johannes-Rau-Haus wird von sieben Ehrenamtlichen und acht Betreuungsassistenten unterstützt. Das Angebot ist ungewöhnlich vielseitig

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Man könnte sagen, im Johannes-Rau-Haus an der Essenberger Straße ist schwer was los. Da haben die Senioren die Qual der Wahl: Gerade ist Krafttraining an der Reihe. Im Mehrzweckraum. Eine andere Gruppe sitzt beim Mensch-ärgere-dich-nicht. Da kommt auch noch Fabienne Bohle (16), ehrenamtliche Helferin, mit einem kleinen Welpen zu den Senioren ins Haus. Die Arbeit des Sozialen Dienstes, bei der Ehrenamtliche und Betreuungsassistenten an einem Strang ziehen, geht weit über das gesetzliche Muss hinaus.

Axel Rentmeister und seine Kollegin Stefanie Spitz sind für den Sozialen Dienst im Hause zuständig. Und sie haben sich so einiges einfallen lassen, um die 86 Bewohner auf Trab zu halten. Da wird gebacken, vorgelesen, gebastelt, Hund „Paul“ kommt zu Besuch und sogar Wellness steht im Angebot: Handmassage, Fingernägel lackieren, Schminken... „Eben alles was den Leuten gut tut“, schildert Stefanie Spitz.

Fit halten sich die Senioren mit Gymnastik, Tanzen im Sitzen, Gedächtnistraining (das stets zu einen regelrechten Wettkampf ausartet) oder – wie gerade zu sehen – mit Krafttraining, das Axel Rentmeister selbst leitet. Mit Hanteln, Tüchern, Bällen geht es da zur Sache, und die Runde der sechs Seniorinnen macht begeistert mit. „Er ist immer Hahn im Korb“, berichtet Anna Burger (88). – „Und er hat viel Geduld mit uns“, meint Anna Grundwald (88), die sich gern mit Gymnastik fit hält. „Er hat auch immer ein offenes Ohr für uns“, merkt sie an. Was Anna Burger amüsiert zu der Bemerkung hinreißt: „Lobt ihn nicht zu sehr, sonst hebt er noch ab.“ Gerda Hübner (75) bemerkt am Rande: „Ich hole mir jeden Morgen die NRZ!“

Nicht nur die agile Damenrunde profitiert von dem reichhaltigen Angebot des Sozialen Dienstes. „Wenn die Hauszeitung mal einen Tag später erscheint, wird schwer gemeckert“, sagt Rentmeister. „Für den Rätselgewinner gibt’s nämlich immer einen Blumenstrauß.“ Auf Reisen gehen die Senioren regelmäßig. Ein Mal im Monat machen sie sich auf zum Zoo, nach Xanten, zum Freileichtmuseum Grefrath oder zum Weihnachtsmarkt. Die nächste Tour führt zum Thema Pastor Felke nach Repelen.

Beliebt ist auch der „Gemütliche Donnerstag Abend“, vor allem, wenn sich Axel Rentmeister ein Mal im Monat hinter den Holzkohlengrill stellt und Leckeres für rund 100 Personen brutzelt. Selbst Heilig Abend sind die Bewohner nicht allein. „Wir beide feiern mit ihnen, halten Bescherung und singen am Tannenbaum.“ Stefanie Spitz meint schlicht: „Wir beide haben hier schon unsere Berufung gefunden.“

Was aber ohne die acht Ehrenamtlichen, die drei- bis viermal pro Woche kommen, und ohne die sieben Betreuungsassistenten gar nicht so einfach wäre: „Ohne ihren Einsatz wäre das alles nicht möglich.“ Übrigens: Betreuungsassistenten gibt es durch das Pflegestärkungsgesetz seit Anfang dieses Jahres. Sie lernen 160 Stunden Theorie und leisten dann ein vierwöchiges Praktikum. „Sie sind wirklich sehr beliebt. Die Bewohner strahlen richtig, wenn sie kommen“, erklärt Stefanie Spitz.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben