Ausstellung

Museum Kloster Kamp: Eintauchen in fantastische Welten

 Die Ausstellung von Marina Sailer im Museum Kloster Kamp ist bis zum 2. Februar zu sehen.

Die Ausstellung von Marina Sailer im Museum Kloster Kamp ist bis zum 2. Februar zu sehen.

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Marina Sailer malt realistisch. Trotzdem öffnen ihre Bilder den Blick in Traumwelten. Einer der Gründe dafür liegt in ihrer Vergangenheit.

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Die Kulisse ist perfekt: Sonnenlicht dringt durch die Galerie eines alten Palastes und gibt den Blick frei auf einen weiten Innenhof. Der lädt mit Elefanten und Zebras, mit Mangrovenbäumen und Wasser aber plötzlich in eine ganz andere Welt: „Savanne“ lautet der Titel des großformatigen Gemäldes, das eine jener beeindruckenden Szenerien zeigt, mit denen Marina Sailer Menschen in ihre fantastischen Welten zieht. Im Museum Kloster Kamp ist jetzt eine Ausstellung mit 13 Werken der Düsseldorfer Künstlerin zu sehen.

Marina Sailer kam 1970 im weißrussischen Witebsk, dem Geburtsort von Marc Chagall, zur Welt. „Ich habe gemalt, seitdem ich meine ersten Schritte gemacht habe. Schon meine allerersten Babyzeichnungen waren figürlich.“ Als Kind zeichnet sie mit Buntstiften alles, was sie umgibt, später sind es Filmszenen „und alles, was mich fasziniert hat“, erzählt die Düsseldorferin. Ihre Kinder- und Jugendjahre in der damaligen Sowjetunion haben sie auch künstlerisch geprägt: „Das Leben war nicht sehr bunt. Ich habe viel gelesen, gemalt und mir meine eigene Welt geschaffen. Die war bunt und anders, darin war ich glücklich. Sie hat mich beschützt.“

Zunächst studierte sie nach der Schule an der Staatlichen Akademie Moskau, nach ihrem Umzug nach Deutschland erst an der Kunstakademie Karlsruhe und dann an der Kunstakademie Düsseldorf bei Gerhard Merz und als Meisterschülerin von A.R. Penck.

Wo Schmetterlinge durchs Treppenhaus flattern

Fantasie und Mystik, manchmal auch nur kleine irritierende Details prägen auch heute ihre realistische Malerei. Da flattern Schmetterlinge durch ein verlassenes Treppenhaus, schweben Frauengestalten in einem Salon aus dem 19. Jahrhundert, ein Mädchen reitet auf einem Hund durch einen lichten Wald. Viele von Sailers üppigen bunten Gemälden erinnern an Bühnenbilder, wie sie früher in Theater- oder Opernhäusern zu finden waren. Weil sie dennoch irritieren, setzen sie unwillkürlich das Kopfkino in Gang. Fiktion und Realität werden eine Einheit, die rätselhafte Geschichten erzählt.

„Ich lebe heute immer noch in meiner eigenen Welt“, sagt die 49-Jährige. „In meiner Welt gibt es sehr viel Schönheit, Licht und Freude.“ Inspiration findet Marina Sailer häufig auf Reisen: „Alles, was ich erlebe, spiegelt sich in meinen Bildern.“ Nicht nur Paläste oder Interieurs des 19. Jahrhunderts nutzt sie Kulissen auch Natur ist immer wieder ein Thema, das sie häufig wie romantische Literaturmotive in Szene setzt. Für ihre Malereien nutzt sie Fotos und Skizzen, bei der Umsetzung greift sie meistens zu Acryl-, Öl- und Sprühfarben.

„Lass in Deinen Bildern eine Öffnung, wo der Betrachter durchschlüpfen kann“, habe ihr A.R. Penck immer geraten, erzählt Sailer. Den Rat hat sie beherzigt: In ihre flirrenden, lichtdurchfluteteten Bilder wird man als Betrachter förmlich hineingesogen ...

Die Ausstellung „Phantastische Welten – die gemalten Räume der Marina Sailer“ ist vom 16. November bis zum 2. Februar im Museum Kloster Kamp (Schatzkammer), Abteiplatz 24, zu sehen. Öffnungszeiten: täglich 14 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags ab 11 Uhr, montags geschlossen.

Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, 16. November, um 15.30 Uhr, auch Marina Sailer wird anwesend sein. Weitere Informationen unter www.kloster-kamp.de

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