Saubere Städte

Na, sauber: Die Enni in Moers engagiert einen Müll-Detektiv

Um wilde Müllkippen kümmert sich die Enni schon lange. Auf diesem Archivbild ärgern sich Jens Kreische (Wohnungsbau Moers), Ira Reese (Stadtbau), Lutz Hormes (Vorstand Enni) und Ulrich Kempken (Enni) auf dem Containerplatz am Dresdener Ring  in der Mattheck über Müll.

Um wilde Müllkippen kümmert sich die Enni schon lange. Auf diesem Archivbild ärgern sich Jens Kreische (Wohnungsbau Moers), Ira Reese (Stadtbau), Lutz Hormes (Vorstand Enni) und Ulrich Kempken (Enni) auf dem Containerplatz am Dresdener Ring in der Mattheck über Müll.

Foto: DIANA ROOS / FUNKE Foto Services

Moers.  „Kümmerer“ ist ab Januar wildem Müll auf der Spur – eine von vielen sauberen Maßnahmen. Für Kunden wird es etwas, für Müll-Sünder viel teurer.

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Die Enni Stadt & Service geht in Moers in die Sauberkeitsoffensive. Mit mehreren Maßnahmen will das Team um Enni-Vorstand Lutz Hormes dem wilden Müll in der Stadt den Kampf ansagen – mit Strafen und mit einem Müll-Detektiv. Für den Kunden wird es etwas teurer.

Das Maßnahmen-Paket der Enni Stadt & Service, das der Verwaltungsrat am Montag angenommen hat, hat es in sich. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als ein sauberes Moers. Dass viele Menschen die Sauberkeit in der Grafenstadt als verbesserungswürdig einschätzen, hat die Enni schriftlich. Bei einer Befragung von 500 Haushalten dieses Jahr hielten 40 Prozent die Stadt für nicht sauber. Ein Problem, das immer wieder auftaucht: der wilde Müll. „Wir haben im vergangenen Jahr 339 Tonnen wilden Mülls abgefahren und werden jetzt reagieren“, sagt Lutz Hormes.

Kümmerer statt Detektiv

Schon ab Januar ist deshalb ein Müll-Detektiv in Moers unterwegs. Die Enni selbst nennt ihm Kümmerer, das Vorhaben ist nicht neu. Schon vor zwei Jahren gab es den Plan für einen Müll-Detektiv, der aber damals an den personellen Ressourcen scheiterte. Jetzt ist der Kümmerer ab Januar 2020 vollschichtig für die Enni im Dienst – im Büro als Ansprechpartner und vor Ort. Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern sind dabei genau so vorgesehen wie die Müllbeseitigung. Dazu ist der Enni-Mitarbeiter mit einem umweltfreundlichen Street-Scooter mit Ladefläche unterwegs. „Der Kümmerer ist der wichtigste Baustein unseres Konzepts“, sagt Lutz Hormes.

Ein anderer Baustein ist die Verfolgung von Müll-Sündern. Wer erwischt wird, muss mit Bußgeldern rechnen. Ein paar Beispiele: Hundekot 10 – 100 Euro, alte Reifen 80 – 510 Euro und Sperrmüll 50 – 2500 Euro. „Bei Bedarf gehen wir auch vor Gericht“, kündigt Hormes an. Darüber hinaus wird die Enni die Meldung für wilden Müll verbessern, zum Beispiel über die App Niederrhein Apptuell oder über die ab Januar neu gestaltete Internetseite www.enni.de. 500 Müllbehälter in der Innenstadt werden farblich auffallend gekennzeichnet, ein Lerntheater in Grundschulen soll fürs Thema sensibilisieren und ein neuer Handsauger wird vornehmlich in den Stadtteilen eingesetzt. Ein wichtiges Ziel der Sauberkeitsoffensive: 25 Prozent weniger Müll innerhalb von drei Jahren.

Das alles kostet Geld. Dem Mehraufwand von rund 60.000 Euro pro Jahr sollen steigende Einnahmen durch weniger Entsorgungskosten und Bußgelder von 20.200 Euro (2020) bis 41.400 Euro (2024) entgegenstehen. Für den Kunden würden laut Hormes so 20 Cent im Monat mehr anfallen.

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